Schweizer Börse im Minus – besonders Bankaktien tauchen

Der Kurssturz am New Yorker Aktienmarkt hat Auswirkungen auf den SMI. Auch in anderen europäischen Ländern wurden Anleger in die Flucht getrieben.

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Nach dem Absturz an der Wall Street und dem Ausverkauf an den asiatischen Börsen ist es auch an der Schweizer Börse am Donnerstag zu einem Einbruch gekommen. Damit gewinnt die Talfahrt der vergangenen Handelstage an Geschwindigkeit. Der Schweizer Leitindex SMI sackte zum Start um 1,7 Prozent ab. Zwischenzeitlich betrug der Verlust rund 1,2 Prozent, um 13.30 Uhr war er aber auf 2,55 Prozent angestiegen. Der SMI lag bei 8666,43 Punkten.

Da im Schweizer Markt Pharma- und Lebensmittel-Aktien (Novartis, Roche, Nestle) die grösste Rolle spielen, ist er im Normalfall weniger heftigen Schwankungen unterworfen. Die beiden Schweizer Grossbanken sowie Julius Bär verloren am frühen Nachmittag rund 3,25 Prozent, Julius Bär gar über 4,6.

In Deutschland verlor der Leitindex Dax zur Eröffnung 1,3 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Januar 2017. Der Dax konnte allerdings seine Verluste etwas eingrenzen: Derzeit liegt er noch 0,7 Prozent im Minus bei 11'630,53 Punkten. Der für die Eurozone als Leitindex geltende EuroStoxx 50 sackt derweil um 1,1 Prozent ab. In Paris gibt der CAC40 um rund ein Prozent nach.

Der New Yorker Aktienmarkt hatte am Mittwoch einen seiner schlimmsten Tage im laufenden Jahr erlebt. Bei den Standardwerten und noch mehr im Technologiesektor standen die Zeichen auf Ausverkauf. Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihemarkt setzten den Kursen zur Wochenmitte erneut zu und verstärkten damit die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

Abgaben von bis zu 5 Prozent

So brach der technologielastige Nasdaq Composite um 4,08 Prozent ein. Auch der Dow erlebte am Mittwoch einen schwarzen Tag mit einem Verlust von 3,15 Prozent. Dies war der grösste Absturz des Dow Jones seit Anfang Februar. Erst vor einer Woche hatte die Wall Street ein Rekordhoch erreicht.

Auch in Asien flohen die Anleger aus den Aktienmärkten. Der japanische Nikkei-Index fiel am Donnerstag um 4,1 Prozent auf 22'552,31 Punkte.

Auf die Talfahrt angesprochen zeigte sich US-Präsident Donald Trump unzufrieden mit dem Kurs der US-Notenbank. Video: Reuters

Die chinesische Börse in Shanghai rutschte sogar um bis zu 5,1 Prozent ab und notierte mit 2586,46 Zählern so niedrig wie zuletzt vor vier Jahren. Der südkoreanische Leitindex steuerte mit einem Minus von 4,2 Prozent auf den grössten Tagesverlust seit sieben Jahren zu. «Bislang ist nicht absehbar, wann die Talsohle erreicht wird», sagte Analyst Chien Bor-yi vom Brokerhaus Cathay Futures.

Keine guten Nachrichten aus China

In der Schweiz bekommen die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch die Talfahrt am stärksten zu spüren. Beide Aktien fallen vorbörslich je knapp 3 Prozent. Der Handelsstreit zwischen den USA und China vermiest den chinesischen Konsumenten die Stimmung – sie sind aber die wichtigste Käufergruppe für Schweizer Luxusuhren und Schmuck.

Und gerade aus China kommen keine guten Nachrichten: So hat die chinesische Zentralbank die Währung Yuan abwerten lassen, womit der Dollar die psychologisch wichtige Barriere von 6,9 Yuan durchbrach. Zudem spitzt sich der Handelsstreit mit den USA weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat mit weiteren Strafzöllen gedroht.

Die Technologiewerte AMS (-3,7%) und Kudelski (-3,6%) werden in den Strudel der taumelnden Technologiebörse Nasdaq gerissen. Am besten halten sich im SMI hingegen der Versicherer Swiss Life und der Warenprüfungskonzern SGS mit einem Minus von nur je 0,9 Prozent. (oli/sda)

Erstellt: 11.10.2018, 13:30 Uhr

Update folgt...

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