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Sonntagszeitungen in der Zentral- und Ostschweiz werden eingestellt

Die «Zentralschweiz am Sonntag» und das E-Paper «Ostschweiz am Sonntag» gibt es nur noch bis Ende Juni.

Gibt es bald nicht mehr: Die «Zentralschweiz am Sonntag» wird ab Juli 2019 von der «Schweiz am Wochenende» ersetzt.
Gibt es bald nicht mehr: Die «Zentralschweiz am Sonntag» wird ab Juli 2019 von der «Schweiz am Wochenende» ersetzt.
Steffen Schmidt, Keystone

Im Gegenzug zu den Einstellungen werden die Samstagsausgaben der «Luzerner Zeitung» und des «St. Galler Tagblatts» ausgebaut. Die Samstagsausgaben werden ab Anfang Juli als «Schweiz am Wochenende» erscheinen, wie CH Media am Dienstag mitteilte. Die Einstellung begründete das Medienunternehmen mit finanziellen Gründen. Den gleichen Schritt machte die Zeitung «Nordwestschweiz» bereits im März 2017.

In den Redaktionen der Ost- und Zentralschweiz werden rund zehn Vollzeitstellen abgebaut. Ein Sozialplan komme zur Anwendung, betont CH Media, ein Zusammenschluss von AZ Medien und NZZ Regionalmedien.

Mit der Einstellung der «Zentralschweiz am Sonntag» und der seit November 2017 als E-Paper erscheinenden «Ostschweiz am Sonntag» reagiert das Medienunternehmen nach eigenen Angaben «auf die stark rückläufigen Einnahmen am Inseratemarkt». Der Inseratemarkt trage heute leider keine Sonntagsausgaben von Regionalzeitungen mehr, wird Jürg Weber, Geschäftsleiter Publishing CH Media, in der Medienmitteilung zitiert. Schweren Herzens habe man deshalb das Ende der Sonntagsausgaben beschliessen müssen.

CH Media hatte im November mitgeteilt, innerhalb von zwei Jahren 45 Millionen Franken oder zehn Prozent zu sparen. Insgesamt sollen 200 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Vor zehn Jahren gegründet

Die «Zentralschweiz am Sonntag» war im September 2008 lanciert worden, weil der Sonntag immer mehr zum Lesetag werde. Das Blatt startete mit dem Anspruch, neben den national ausgerichteten Sonntagstiteln eine Regionalzeitung zu sein. Der damalige Verlag, die LZ Medien, war bei den Inseraten eine Zusammenarbeit eingegangen mit der ehemaligen Zeitung «Sonntag» der Mittellandzeitungen.

2018 schloss die NZZ-Mediengruppe die Tagblatt Medien in St. Gallen und die LZ Medien aus Luzern unter dem Dach der Regionalmedien zusammen, in der Folge kam es 2016 auch bei der «Zentralschweiz am Sonntag» zu einem neuen Layout.

Aus der Taufe gehoben worden war der Titel von Thomas Bornhauser, ab 2012 wurde sie von Dominik Buholzer verantwortet, der letztes Jahr seinen Rücktritt bekannt gab. Seine Nachfolge wurde intern mit Sasa Rasic besetzt.

«Grösste Zeitung am Wochenende»

Die «Schweiz am Wochenende», mit regionalisierten Ausgaben, wird eine Auflage von 350'000 Exemplaren haben. Der Titel werde mit Abstand die grösste Zeitung am Wochenende in der Schweiz sein, hält CH Media fest.

Die bestehende Zeitung «Schweiz am Wochenende», die derzeit in der Region der Nordwestschweiz erscheint, bietet neben der Tagesaktualität viele Hintergrundberichte sowie Lesestoff aus den Themenbereichen Kultur und Leben.

CH Media schliesst nach eigenen Angaben nicht aus, dass die Abonnementspreise auch in Zukunft steigen werden. Die sinkenden Werbeerträge würden das drittgrösste private Medienunternehmen der Schweiz dazu zwingen, sich noch stärker auf die Erträge aus dem Lesermarkt abzustützen.

Mit der Einstellung der «Zentralschweiz am Sonntag» und des E-Papers «Ostschweiz am Sonntag» dünnt sich der Sonntagsmarkt aus. Vor wenigen Jahren galt der siebte Wochentag für regionale Medienunternehmen als ein Wachstumsfeld. Künftig erscheinen in der Deutschschweiz noch die «SonntagsZeitung», die «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsBlick».

Der Verlag müsse das schriftlich abgegebene Versprechen gegenüber dem Personal einlösen, wonach Entlassungen nur als letzten Ausweg vorgenommen werden, teilte die Gewerkschaft syndicom mit. Zudem erinnert syndicom daran, dass auch Hunderte Zeitungsverträger und -verträgerinnen ihre Arbeit verlieren werden. Über den Abbau im Vertrieb schweige sich der Verlag aber aus, schreibt syndicom. Die «Zentralschweiz am Sonntag» werde in der Zentralschweiz durch rund 400 Mitarbeitende frühmorgens in die Briefkästen verteilt.

Massenentlassung bei Frühzusteller

Die Frühzustellorganisation Presto, welche vom Verlag dafür beauftragt ist, habe gegenüber ihrem Personal die Massenentlassung angekündigt und das Konsultationsverfahren eröffnet.

Mit der Einstellung der «Zentralschweiz am Sonntag» und der seit November 2017 als E-Paper erscheinenden «Ostschweiz am Sonntag» reagiert das Medienunternehmen nach eigenen Angaben «auf die stark rückläufigen Einnahmen am Inseratemarkt». Der Inseratemarkt trage heute leider keine Sonntagsausgaben von Regionalzeitungen mehr, wird Jürg Weber, Geschäftsleiter Publishing CH Media, in der Medienmitteilung zitiert. Schweren Herzens habe man deshalb das Ende der Sonntagsausgaben beschliessen müssen.

SDA/aru

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