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Schon wieder ein Rekordjahr für die Schweizer Hotellerie

So viele Übernachtungen verzeichneten die hiesigen Hotels noch nie. Das stetige Wachstum wird nun aber jäh bedroht – durch das Coronavirus.

Die meisten Touristen kamen aus dem Inland: Hotel Palace in Luzern. Foto: Alexandra Wey, Keystone
Die meisten Touristen kamen aus dem Inland: Hotel Palace in Luzern. Foto: Alexandra Wey, Keystone

Für die Schweizer Hotellerie ist es 2019 erneut rund gelaufen: Die Hotelübernachtungen legten um 1,9 Prozent auf 39,6 Millionen zu und erreichten damit einen Rekord. Auch in die neue Wintersaison ist die Branche gut gestartet. Doch das Coronavirus sorgt für Unsicherheit.

Der wichtigste Einzelmarkt für den Schweizer Tourismus blieb im vergangenen Jahr die Schweiz: Alleine 17,9 Millionen ( 2,9%) Logiernächte stammten aus dem Inland, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Auf das Konto von ausländischen Gästen gingen 21,6 Millionen ( 1,1%) - ebenfalls ein Rekord.

Angesichts dieser Grosserfolge schmecke die Stagnation der Buchungen aus der gesamten Eurozone bitter, schrieb Schweiz Tourismus. Dies mache einmal mehr deutlich, wie weit entfernt die stärksten Jahre der europäischen Gäste von 2008 immer noch seien. Damals hätten sie vier Millionen mehr Logiernächte als 2019 gebucht, sagte Marc Gindraux, Verantwortlicher für die Tourismuszahlen beim BFS, an der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus.

Trendwende bei Golfstaaten

Deutschland blieb dennoch insgesamt der wichtigste Auslandsmarkt. Klare Wachstumslokomotive waren aber die US-Gäste. Dagegen kam das Wachstum aus Ländern wie den Golfstaaten und Indien, die bislang ebenfalls Zugpferde gewesen waren, zum Erliegen. Die Golfstaaten verzeichneten mit einem Minus von 8,7 Prozent sogar den stärksten Rückgang aller Herkunftsländer.

Bei den Tourismusregionen konnten 11 der 13 Regionen zulegen. Das grösste Wachstum beanspruchte Zürich für sich, gefolgt vom Wallis und Graubünden. Einzig Genf und die Ostschweiz verbuchten ein Minus.

Die Hotels konnten zudem im schweizerischen Mittel die Auslastung auf einen neuen Rekordwert seit Messbeginn 2005 steigern. Die Nettozimmerauslastung stieg um 0,7 Prozentpunkte auf 55,2 Prozent.

Graubünden über Schweizer Schnitt

Auch der Kanton Graubünden verbuchte einen neuen Rekord bei den Logiernächten. Im Bergkanton haben letztes Jahr so viele Schweizerinnen und Schweizer Ferien gemacht wie noch nie. Sie buchten 3,2 Millionen Übernachtungen.

Nicht einmal im Rekordjahr 2008 oder zu Beginn der 1990er-Jahre seien mehr Logiernächte mit Schweizer Gästen gezählt worden, teilte die Marketingorganisation Graubünden Ferien am Donnerstag mit.

Total wurden letztes Jahr in den Bündner Hotel- und Kurbetrieben 5,3 Millionen Übernachtungen registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 2,4 Prozent. Graubünden liege mit diesem Ergebnis über dem Schweizer Schnitt von 1,9 Prozent, hiess es weiter.

Guter Start in Wintersaison

Auch im laufenden Jahr will der Schweizer Tourismus Gas geben. Der Start in die Wintersaison 2019/20 sei dank dem guten Wetter und dem frühen Schnee schon einmal vielversprechend verlaufen. Im Dezember legten die Logiernächte um 4,5 Prozent zu. Über die ganze Saison erwartet Schweiz Tourismus ein Übernachtungsplus von 3,7 Prozent.

2020 sollen zudem vermehrt Gäste aus Europa zurückgewonnen werden und damit für grosse Volumen sorgen, wie die Branchenvermarktungsorganisation weiter ankündigte. Auch die Überseemärkte würden Wachstum beisteuern - sollte das Coronavirus dem Tourismus nicht einen Strich durch die Rechnung machen.

Starke Einbussen wegen Coronavirus

Wie stark sich das Coronavirus auswirke, sei schwierig zu quantifizieren, sagte Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger. Bei den chinesischen Gästen rechne man im ersten Quartal mit einer Einbusse von rund 50 Prozent der Übernachtungen. Für den Beispielsmonat Februar würde das etwa eine direkte Umsatzeinbusse von rund 20 Millionen Franken bedeuten.

Über alle Gästegruppen hinweg dürften sich die Verluste zunächst aber in Grenzen halten. Die Branche erwarte laut einer nicht repräsentativen Befragung über alle Gästegruppen hinweg einen Rückgang von rund 2 Prozent. Bei den Bergbahnen dürften die Frequenzen um 4,8 Prozent sinken.

Für die weitere Entwicklung habe Schweiz Tourismus nun verschiedene Szenarien entwickelt und basierend darauf Eventualplanungen eingeleitet.

(SDA)

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