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Schweizer lassen sich ihr Fernweh mehr kosten

Schweizer haben 2016 auf ihren Reisen im Ausland mehr Geld ausgegeben als ausländische Gäste in der Schweiz.

Fremdenverkehrsbilanz weist negativen Saldo aus: Bild aus einem Reiseprospekt für Maurituis-Reisen einer Luxushotelkette.
Fremdenverkehrsbilanz weist negativen Saldo aus: Bild aus einem Reiseprospekt für Maurituis-Reisen einer Luxushotelkette.
Keystone

Der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz der Schweiz ist erstmals in seiner Geschichte negativ: Schweizer haben 2016 auf ihren Reisen im Ausland mehr Geld ausgegeben als ausländische Gäste in der Schweiz.

Zu Buche schlägt, dass seit dem Frankenschock nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar 2015 ausländische Gäste weniger in der Schweiz in Hotels und in der Parahotellerie übernachten.

Schweizer gaben 16,3 Milliarden Franken aus

Dadurch schrumpften die Einnahmen aus dem Reiseverkehr mit Übernachtungen um 1,2 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) heute in einem Communiqué bekannt gab. Auf der anderen Seite stiegen die Ausgaben der Schweizer auf ihren Reisen mit Übernachtungen im Ausland kräftig um 5,3 Prozent.

Insgesamt gaben Schweizer Gäste im Ausland 16,3 Milliarden Franken aus, während ausländische Gäste in der Schweiz lediglich 16 Milliarden Franken locker machten. Darin sind auch die Ausgaben von Kurzaufenthaltern und Grenzgängern sowie des Tages- und Transitverkehrs enthalten.

Gemäss den ersten Schätzungen des BFS beläuft sich damit der Saldo der von der Frankenstärke geprägten Fremdenverkehrsbilanz auf -252 Millionen Franken. Das ist der erste negative Saldo seit Beginn der Statistik im Jahre 1975. Jahrzehntelang waren immer Milliardenüberschüsse die Regel gewesen, wie ein Blick in die Zahlen zeigt.

Portemonnaie sitzt locker

Generell hat die Ausgabenfreudigkeit der Schweizer auf ihren Reisen im Ausland stark zugenommen. 2016 liessen sie dort rund 4,5 Milliarden Franken mehr liegen als noch zehn Jahre zuvor.

Dies habe mehrere Gründe, erklärte Camille Gonseth vom BFS auf Anfrage: Einerseits habe die Teuerung zum Anstieg beigetragen. Zudem hätten dank des Wirtschaftsaufschwungs die Schweizer mehr Geld für Reisen ins Ausland zur Verfügung.

Und durch den technologischen Fortschritt gebe es einen Wandel im Verhalten: Durch Internet und Apps sei es heute viel einfacher als früher, eine Reise zu buchen. Gleichzeitig habe auch das Tourismusangebot zugenommen. Zudem ist die Wohnbevölkerung gewachsen.

Auch die Finanzkrise konnte diesen Ausgabentrend nur vorübergehend bremsen. Durch die Aufwertung des Frankens in der Folge der Euro-Krise haben die Schweizer viel mehr Kaufkraft im Portemonnaie. Im vergangenen Jahr haben die Ausgaben der Schweizer auf Reisen im Ausland erstmals die Grenze von 16 Milliarden Franken geknackt.

Umgekehrt sieht es nicht so rosig aus: Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die Ausgaben der ausländischen Gäste hierzulande nur noch um gut 400 Millionen Franken zugelegt. Die Ausgaben für Reisen mit Übernachtungen sind gar leicht gesunken.

(SDA)

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