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Schweizer Banker bekennt sich schuldig

Gegen Martin Lack läuft in den USA ein Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Er soll beim Verschieben von UBS-Geldern zur Basler Kantonalbank geholfen haben.

Schilderte seine Geschichte des UBS-Managers, der zum selbständigen Vermögensverwalter wurde und dann ins Fadenkreuz der US-Justiz geriet vor zwei Jahren im Schweizer Fernsehen: Martin Lack in der SRF-Sendung «Eco» vom 5. September 2011.
Schilderte seine Geschichte des UBS-Managers, der zum selbständigen Vermögensverwalter wurde und dann ins Fadenkreuz der US-Justiz geriet vor zwei Jahren im Schweizer Fernsehen: Martin Lack in der SRF-Sendung «Eco» vom 5. September 2011.
Screenshot SRF
Packt Lack aus, kommt sie in den Fokus: Basler Kantonalbank (im Bild Filiale in Zürich).
Packt Lack aus, kommt sie in den Fokus: Basler Kantonalbank (im Bild Filiale in Zürich).
Walter Bieri, Keystone
Die US-Justiz zieht in Sachen Steuerhinterziehung die Schrauben an: Sitz des Justizdepartements in Washington.
Die US-Justiz zieht in Sachen Steuerhinterziehung die Schrauben an: Sitz des Justizdepartements in Washington.
Keystone
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Der frühere UBS-Banker Martin Lack will sich in den USA in einem Verfahren über mutmassliche Beihilfe zu Steuerhinterziehung schuldig bekennen. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die vergangene Woche in den USA eingereicht wurden.

Nicht ersichtlich ist, in welchen Anklagepunkten sich Lack schuldig bekennen will. Eine Anhörung vor einem Gericht in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida sei auf den 26. Februar angesetzt worden. Lacks Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Anklage gegen Lack datiert aus dem Jahr 2011. Die Behörden in den USA werfen ihm vor, reichen Amerikanern ab den frühen 1990er Jahren bis 2010 beim Hinterziehen von Steuern geholfen zu haben.

Ehemaliger Leiter des Nordamerikageschäfts der UBS

Bis 2003 leitete Lack das Nordamerikageschäft der UBS. Anschliessend wurde er unabhängiger Anlageberater. In dieser Funktion soll er gemäss der Anklage beim Verschieben von unversteuerten Geldern auf die Basler Kantonalbank geholfen haben, nachdem die UBS 2008 undeklarierte Konten geschlossen hatte. Die Basler Kantonalbank ist eine von 14 Schweizer Banken, gegen die in den USA eine Strafuntersuchung eingeleitet wurde.

Zudem sollen Lack und ein Partner US-Steuerhinterziehern von einer Selbstanzeige abgeraten haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Verschwörung zur Steuerhinterziehung vor. Dafür drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe bis 250'000 Dollar. Lacks Partner wurde bereits zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Dutzende Banker im Visier

Die US-Behörden machen seit Jahren Jagd auf Schweizer Banken und hochrangige Mitarbeiter. Das erste Ziel war die Grossbank UBS, die sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufte.

Die Behörden sind inzwischen gegen mehr als 70 Steuersünder, mindestens zwei Banken und über 30 Banker, Anwälte und Berater vorgegangen. Neben den 14 Banken, gegen die eine Strafuntersuchung läuft, mussten sich auch alle anderen Schweizer Banken für ein Bussenprogramm anmelden, deren Kunden US-Steuergesetze verletzt haben könnten.

SDA/ldc

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