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Rücktrittsforderungen an Barclays-Chef

Frankfurt Nach der Rekordstrafe für die britische Grossbank Barclays wegen versuchter Zinsmanipulationen gibt es massive Rücktrittsforderungen an Vorstandschef Bob Diamond.

Mehrere britische Politiker und Wirtschaftsexperten forderten Diamond offen auf, seinen Hut zu nehmen. Premierminister David Cameron sagte, der gesamte Vorstand habe «sehr ernste Fragen zu beantworten». Oppositionsführer Ed Miliband forderte strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen. Der Vorstand hatte schon am Mittwoch auf seine millionenschweren Bonuszahlungen verzichtet, für die Diamond bis vor kurzem noch erbittert gestritten hatte. Barclays muss an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien sowie an das US-Justizministerium die Rekordsumme von 290 Millionen Pfund (rund 415 Millionen Franken) zahlen. Die Einigung ist Teil unter Untersuchung, die mehrere grosse Banken in Europa, unter anderem auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS, sowie Geldhäuser in den USA betrifft. Barclays soll versucht haben, den Liborsatz zu beeinflussen. Er gibt den Zinssatz an, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird aber auch als Benchmark für den Derivatehandel verwendet, bei dem Papiere im Buchwert von weit über 300 Billionen US-Dollar bewegt werden - mehr als das Bruttoinlandsprodukt aller Länder der Welt. Eine winzige Veränderung des Zinssatzes kann enorme Schwankungen auslösen. Kurs sackt ab An der Londoner Börse hat die Rekordstrafe den Kurs der Barclays- Aktie einbrechen lassen. Die Titel sackten um über zehn Prozent auf 176 Pence ab und zogen auch eine Reihe anderer britischer Bankenwerte in den Keller. Royal Bank of Scotland, Lloyds und HSBC fielen um zwei bis über sechs Prozent. Auch die Schweizer Bankentitel sackten ab. Die Aktie der CS verlor bis 14.30 Uhr über 2,8 Prozent. Die UBS-Titel lagen zu selben Zeit 2,9 Prozent im Minus. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) verlor derweil 0,5 Prozent. Ein Händler machte allerdings nicht nur die Untersuchungen und damit verbundene mögliche Strafgelder für den Taucher verantwortlich. Unsicherheiten bestünden auch wegen dem unklaren Ausgang des EU-Gipfels.

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