Zum Hauptinhalt springen

Reiche Privatkunden halten sich bei Anlageentscheiden für clever

Das Vertrauen vermögender Bankkunden in ihre Privatberater nimmt seit der Finanzkrise ab.

Stattdessen halten sich Menschen, die beträchtliche Beträge in Wertpapiere anlegen können, bei den Anlageentscheiden selbst für erstaunlich kompetent. Die Lichtensteiner Fürstenbank LGT hat in der Schweiz 155 vermögende Menschen befragt, die 900'000 Fr. frei verfügbares Anlagevermögen haben. Die Studie zeigt nun, dass sich Privatanleger verstärkt Rat bei Freunden oder Vertrauenspersonen aus ihrem Umfeld holen. Im Frühling dieses Jahres sagten 30 Prozent der Befragten in der Schweiz, dass sie Anlageentscheide mit Personen ausserhalb der Bank besprechen. 27 Prozent ziehen den Anlageberater hinzu. 2011 hatten 22 Prozent angegeben, im persönlichen Umfeld Rat zu suchen, 32 Prozent hatten auf den Berater bei der Bank verwiesen. «Der Rückzug ins soziale Umfeld ist sichtbar», meinte Prof. Teodoro Cocca bei der Präsentation der Studie am Donnerstag. Daneben haben die Studienautoren unter der Leitung des Wissenschaftlers herausgefunden, dass 39 Prozent der Schweizer (2010: 37 Prozent) ihre Anlageentscheidungen selber treffen. Die Umstände sind schuld Dabei stellten die Autoren, welche die Studie mit 103 Personen auch in Österreich durchführten, ein «assymetrisches» Verhältnis zum Faktor «Zufall» fest: Je höher die Rendite der Anlagen sei, desto weniger ist dies für die Anleger Glück, sondern Können. Bringen die Investitionen hingegen nicht die erwünschten Erträge, wird dies häufig als «Pech» bezeichnet. Dabei glaubt eine Minderheit von 29 Prozent der Schweizer und 17 Prozent der Österreicher, dass Aktienrenditen prognostizierbar sind. Der Rest glaubt daran, dass die Märkte bei der richtigen Anlagepolitik die entsprechenden Resultate erbringen. Für Prof. Cocca ist dies eher verblüffend. «Im Lichte der Ereignisse der letzten Jahre spricht auch einiges gegen die Effizienz der Märkte», sagte der Wissenschaftler. Es zeige sich nämlich auch, dass sich die Bankkunden immer noch vor zu grossen Risiken scheuen. Im Durchschnitt halten diese Bankkunden, die alle Privatbanken- Dienstleistungen beziehen und nicht bei der LGT sind, 27 Prozent ihrer Mittel in Cash. Bei vielen Schweizer Kunden zeigte sich auch, dass sie heute im Vergleich zu 2010 in Folge der europäischen Schuldenkrise mehr Geld in Franken und weniger in Euro und Dollar anlegen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch