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Lufthansa will Staatshilfen, Helvetic entlässt Piloten

Airlines müssen den Betrieb weiter zurückfahren. Das sorgt für knappe Liquidität.

Im Moment bleiben viele Flugzeuge am Boden, hier im Bild eine Maschine der deutschen Lufthansa. Foto: Urs Jaudas
Im Moment bleiben viele Flugzeuge am Boden, hier im Bild eine Maschine der deutschen Lufthansa. Foto: Urs Jaudas

Mit einer Krise dieser Art sah sich die Luftfahrtbranche noch nie konfrontiert. Das Coronavirus treibt selbst gesunde Konzerne an ihre Grenzen. Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, möchte die Regierungen der Heimatmärkte um ­Staatshilfe bitten, wie das deutsche «Handelsblatt» berichtete. Mittlerweile hat der Konzern das bestätigt. Der Grund: Wegen des heruntergefahrenen Betriebs und eines Einbruchs der Buchungen wird es knapp mit der Liquidität. Auch die Swiss muss immer mehr Flüge streichen. Anfangs war noch von einer Reduktion um 25 Prozent die Rede gewesen. Dann wurden es 50 Prozent. Inzwischen ist gar davon die Rede, 70 Prozent aller Flüge zu streichen.

Das hat Auswirkungen auf eine andere Schweizer Airline: Helvetic Airways macht einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes mit dem sogenannten Wetlease-Geschäft. Das heisst: Sie fliegt mit ihren Flugzeugen und Crews im Auftrag anderer Airlines. Die wichtigste Kundin ist die Swiss. «Eine erhebliche Anzahl von Wetlease-Flügen ist annulliert worden», so Sprecher Mehdi Guenin. «Der Rückgang ist spürbar.» Doch während andere Airlines, auch die Lufthansa-Gruppe, Flugzeuge parkieren müssen, kommt man bei Helvetic noch ohne diese Massnahme aus. Stattdessen verzögern sich Auslieferungen ­neuer Flieger, ältere werden früher ausgeflottet. Eigentlich hatte ­Helvetic diesen Sommer mit 15 bis 16 Flugzeugen geplant, nun sollen es nur 13 sein. Zudem hat man die angebotenen Sitzplätze pro Flugzeug reduziert. «Wir werden die Sitzplatzkapazität auf 100 Passagiere beschränken», so Guenin. So sei es möglich, mit weniger Personal – zwei im Cockpit und zwei in der Kabine – zu operieren und «konkurrenzfähige Preise zu ­offerieren». Ganz ohne ­personelle Massnahmen kommt Helvetic nicht aus. Rund 10 Piloten musste die Airline entlassen. Auch ein Einstellungsstopp wurde verhängt.

Immerhin gibt es in einem anderen Bereich mehr Anfragen: dem Chartergeschäft. Dort mieten Firmen, Reiseveranstalter oder Privatpersonen Flugzeuge für einen oder mehrere Flüge – inklusive Personal. Es handelt sich dabei laut Helvetic primär um Gruppen und Geschäftsreisende, die nicht mehr zurück in ihre Heimat kommen. «Diese Woche haben wir eine Gruppe von 35 Personen aus Palermo nach Zürich ausgeflogen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Art von Aufträgen in den kommenden Wochen zunehmen wird», so Guenin.

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