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Lindt&Sprüngli 2010 nach Krise wieder mit süsserem Resultat Konjunkturerholung regt Lust auf Edelschokolade an Von Johannes Brinkmann, SDA

Die Erholung von der Wirtschaftskrise weckt bei den Menschen wieder mehr Lust auf Edelschokolade.

Nach dem Rückschlag im Vorjahr nahmen die Verkäufe von Lindt&Sprüngli im vergangenen Jahr zu. Unter dem Strich klingelten wieder die Kassen: Der Gewinn schoss um ein Viertel nach oben. Bis Ende Jahr erzielte Lindt&Sprüngli einen Reingewinn von 241,9 Millionen Franken, nachdem der grösste Edelschokoladenhersteller der Welt 2009 den ersten Gewinneinbruch seit Jahrzehnten erlitten hatte. Damit ist das Unternehmen nicht mehr allzu weit von den Rekordjahren 2007 und 2008 entfernt, als Lindt&Sprüngli mehr als 250 Millionen Fr. Reingewinn eingefahren hatte. Auch der Betriebsgewinn legte kräftig um 22,8 Prozent auf 325,3 Millionen Fr. zu, und dies trotz teilweise massiv gestiegener Preise für Rohstoffe wie beispielsweise Kakao. Neben gestiegenen Verkäufen hätten auch der Druck auf die Kosten und Verbesserungen in den betrieblichen Abläufen zum Gewinnanstieg beigetragen. Eigentlich hätte Lindt&Sprüngli 2010 noch mehr verdient, wurde aber vom starken Franken gebremst. «Ohne die Franken-Aufwertung hätten wir einen Betriebsgewinn von 343 Millionen Fr. erzielt», erklärte Finanzchef Dieter Weisskopf am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz in Kilchberg ZH. Wieder auf Kurs Der Umsatz nahm - wie bereits seit Januar bekannt - um 2,2 Prozent auf 2,579 Milliarden Fr. zu. Ohne 200 Millionen Fr. Währungsverluste wäre Lindt&Sprüngli um 7,3 Prozent gewachsen. «Wir sind wieder zurück auf der Erfolgsspur», sagte Konzernchef Ernst Tanner. Die Konsumenten hätten wieder mehr Lust auf Edelschokolade, nachdem sie in der Wirtschaftskrise vermehrt zu Billigschokolade und zu Handelsmarken der Discounter gegriffen hätten. Zudem reisten die Leute wieder vermehrt im Flugzeug, was die Verkäufe in den Duty-free-Läden an den Flughäfen ankurbelte. Mit Ausnahme von Australien sei Lindt&Sprüngli in allen Ländern schneller gewachsen als der in den meisten Ländern stagnierende Schokolademarkt. Das grösste Wachstum habe man in Grossbritannien ( 17 Prozent) erzielt, das arg von der Finanz- und Wirtschaftskrise gebeutelt worden war. Zweistellig zugelegt habe Lindt&Sprüngli auch in Schweden, den USA und Kanada, sagte Tanner. Gut gelaufen sei das Geschäft auch in Frankreich und im hart umkämpften Schokolademarkt Deutschland. Im schrumpfenden Heimmarkt Schweiz habe Lindt&Sprüngli den Umsatz (inkl. Export) um 4,8 Prozent auf 328,5 Millionen Fr. steigern können, erklärte Tanner. Reissenden Absatz fanden die neuen Passion Chocolat-Tafeln, während die Lindor- Kugeln ihren Erfolg fortgesetzt hätten. Kräftiges Wachstum Nach dem Schlagloch durch die Wirtschaftskrise sieht sich der Konzern zurück auf dem alten Wachstumspfad. Für das laufende Jahr rechnet Lindt&Sprüngli mit einem Wachstum aus eigener Kraft von 6 bis 8 Prozent und einer Betriebsgewinnsteigerung von 8 bis 10 Prozent. In den nächsten fünf Jahren werde das Wachstum vor allem von Europa und Nordamerika getragen, sagte Tanner. Gleichzeitig wolle aber man die Stellung in den Schwellenländern ausbauen. Bis 2017 solle der Konzernumsatz um 1,5 Milliarden Fr. steigen. Dazu will Lindt&Sprüngli die heutige Produktionskapazität um rund die Hälfte erhöhen. Damit würden 1200 bis 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte Finanzchef Dieter Weisskopf am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Im vergangenen Jahr hatte Lindt&Sprüngli den durchschnittlichen Personalbestand um rund 160 auf 7572 Mitarbeiter erhöht.

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