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Libor ist der wichigste Referenzzinssatz der Welt

Der Libor ist ein Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander weltweit Geld ausleihen beziehungweise anbieten.

Er wird täglich festgelegt und ist die Grundgrösse für eine Vielzahl von Finanzmarktgeschäften. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Bezeichnung «London Interbank Offered Rate». Der Libor wird an jedem Arbeitstag um 11.30 Uhr in London mitgeteilt. Das Instrument geht auf das Jahr 1984 zurück und hatte von Anfang an das Ziel, für eine damals schnell wachsende Zahl von Finanzinstrumenten eine einheitliche Basis zu schaffen. Heute richten sich Finanzhäuser, Hypothekenverleiher oder Kreditkartenfirmen nach dem Zinssatz. Für Derivate und andere Finanzprodukte, mit denen täglich Billionen bewegt werden, gilt der Libor als Referenzwert. Die Schweizerische Nationalbank orientiert sich für ihre Geldpolitik an einem Drei-Monate-Libor-Zielband. An der Berechnung des Libors sind die britische Banken, aber auch eine Reihe der weltweit grössten internationalen Banken beteiligt. So entscheiden die Libor-Eingaben der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse darüber mit, welcher Libor-Satz für den US-Dollar ermittelt wird. Der Dollar-Libor wird beispielsweise ermittelt, indem die British Bankers Association bei 18 Banken anfragt, zu welchem Zins sie vor 11 Uhr Mittel am Interbankenmarkt aufnehmen würden. Die jeweils höchsten und tiefsten vier Werte werden nicht beachtet, der Rest wird gemittelt. Wenn sich Banken dabei absprechen, kann der Libor manipuliert werden. Hohe Bussen Der Libor ist im Grunde genommen ein Set von Zinssätzen für verschiedene Währungen und Laufzeiten. Heute wird er für zehn der weltweit wichtigsten Währungen ermittelt: Den australischen Dollar, den Kanada-Dollar, den Franken, die dänische Krone, den Euro, das britische Pfund, den japanischen Yen, den Neuseeland-Dollar, die schwedische Krone und den US-Dollar. Als im vergangenen Sommer die gravierenden Libor-Manipulationen aufflogen, stand zunächst das Londoner Bankenimperium Barclays im Zentrum des Sturms. Barclays-Chef Bob Diamond musste Anfang Juli den Hut nehmen, die Bank zahlte eine Strafe von 450 Millionen Dollar. Die ebenfalls in die Manipulationen verstrickte Royal Bank of Scotland steht laut der Nachrichtenagentur Reuters ebenfalls vor einer Einigung mit den Behörden und soll eine Strafe in ähnlicher Höhe wie Barclays entrichten müssen. Die hohen Beträge zeigen, dass die Behörden inzwischen sehr hart gegen fehlbare Banken vorgehen.

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