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«Will man Manager bestrafen? Will man Boni verhindern?»

Ob der Staat mit einer Bonussteuer tatsächlich beträchtlich Geld einnehmen kann, ist aus Sicht Jörg Walkers fraglich. Der Steuerexperte sieht das ganze kritisch.

Der Staat will ihnen ans Portemonnaie: Bankmanager.
Der Staat will ihnen ans Portemonnaie: Bankmanager.
Keystone

«Man muss sich fragen, was eine Bonussteuer überhaupt bezwecken soll: Will man Manager bestrafen? Will man Boni verhindern?», so Walker, Leiter Steuern bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Im Moment werde sehr auf einer Ideenebene argumentiert. Dazu kämen die Emotionaliät des Themas und Partei-Taktik.

Auf der rein technischen Ebene habe er hohe Zweifel an der Tauglichkeit der vorgeschlagenen Bonussteuer: «Wenn ab einem bestimmten Einkommen ein Teil des Lohns oder der Bonus als Teil des Unternehmensgewinns bezeichnet wird, dann steigt folglich der Gewinn und die Steuerlast für die betroffene Firma.»

Der Experte warnt aber: Auf dem «Gewinnteil» des Lohns würden in Konsequenz die 11 Prozent Sozialversicherungsleistung (AHV/IV) nicht mehr erhoben, so dass die Steuerlast nur teilweise oder - z.B. bei einer Holding - gar nicht ansteige. «Verfügt die Gesellschaft über grössere Verlustvorträge, so wird die noch effektiv anfallende Gewinnsteuer nur angerechnet und nicht ausbezahlt», so Walker.

Nur wenige Personen betroffen

Eine Bonussteuer würde in der Schweiz relativ wenig Personen betreffen: «International tätige Firmen können vielfach argumentieren, dass die betroffenen Angestellten nicht allein Aufgaben für die Schweizer Gesellschaften wahrnehmen und sie ganz oder teilweise über ausländische Töchter entlöhnen.

Heute sei der Bonus beim Mitarbeiter in der Schweiz je nach Kanton mit 40 bis 50 Prozent besteuert, darin enthalten die 11 Prozent Sozialversicherungsbeiträge, gibt Walker zu bedenken. Mit einer Bonussteuer für den Empfänger - angenommen, diese betrüge 10 Prozent - stiege dann die Besteuerung auf 50 bis 60 Prozent.

«Ich denke nicht, dass dann alle die Koffer packen und abwandern», so Walker. Aber je mehr Druck entstehe, desto mehr gebe es Reaktionen. «Grössere Reaktionen gibt es sicher, wenn der einzelne Bonus-Bezüger besteuert wird», so der Experte.

SDA

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