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SNB macht rund 10 Milliarden Kursverluste wieder gut

Nach dem Absturz im Januar haben sich diverse Währungen wieder gefangen. Das zeigt sich in der Bilanz der Nationalbank, die auch ihr definitives Ergebnis für 2014 vorlegte.

Überschuss: Die SNB spiegelt sich im Wasser des Brunnens auf dem Bundesplatz.
Überschuss: Die SNB spiegelt sich im Wasser des Brunnens auf dem Bundesplatz.
Keystone

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Februar auf umgerechnet 509,25 Milliarden Franken gestiegen. Das sind 10,8 Milliarden mehr als im Januar.

Angaben zu möglichen Devisenkäufen enthält die heute publizierte Monatsstatistik der SNB nicht. Zum Anstieg um 2,2 Prozent beigetragen haben dürften aber vor allem Wechselkursgewinne, weil sich diverse Währungen vom Absturz nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses am 15. Januar etwas erholt haben.

Für 57 Milliarden Devisen gekauft

Ende Februar war ein Euro knapp 1.07 Franken wert. Am Freitagmorgen notierten die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0740 Franken und der Dollar bei 97.50 Rappen.

Im Januar waren die Devisenreserven der SNB umgerechnet um 3,3 Milliarden Franken gestiegen, obwohl die wichtigsten Anlagewährungen Euro und Dollar zeitweise um über 15 Prozent nachgegeben hatten. Analysten errechneten daraus, dass die SNB im Januar für rund 57 Milliarden Franken Devisen gekauft hatte, um den Franken zu schwächen.

Im Dezember waren die Devisenreserven gar um gut 32 Milliarden Franken angeschwollen. Zum Jahresende machten Euro-Anlagen 46 Prozent der Devisenreserven aus, der Dollar kam auf 29 Prozent.

Der Anstieg der Devisenreserven um umgerechnet knapp 11 Milliarden Franken im Februar stellt nur eine Momentaufnahme dar. Rückschlüsse auf das Jahresergebnis 2015 sind derzeit nicht möglich. Je nach Entwicklung an den Devisen- und Finanzmärkten können in kurzer Zeit noch grössere Buchverluste oder -gewinne resultieren.

Rückstellungen erhöht

Angesichts der hohen Marktrisiken in der Bilanz der Nationalbank hat der Bankrat entschieden, für das vergangene Geschäftsjahr weitere 2,0 Milliarden Franken für Währungsreserven zurückzustellen. Im Vorjahr waren es 3,0 Milliarden gewesen. Die Währungshüter erklären den Rückgang damit, dass sich die Zuweisung am Wachstum der Schweizer Wirtschaft bemesse, welches deutlich tiefer ausgefallen sei.

Insgesamt betrugen die Rückstellungen für Währungsreserven per Ende 2014 rund 54,8 Milliarden Franken (vor Gewinnverwendung). Das sind rund 10 Prozent der Bilanzsumme, die innert Jahresfrist von 490,4 Milliarden auf 561,2 Milliarden Franken angeschwollen ist. Dies geht aus weiteren Angaben zum Jahresergebnis hervor, welches die SNB am Freitag publizierte, nachdem sie bereits im Januar die Eckwerte publiziert hatte.

Auf den Fremdwährungspositionen verbuchte die SNB 2014 einen Gewinn von 34,5 Milliarden Franken. Auf dem Goldbestand resultierte dank des um 11 Prozent gestiegenen Goldpreises ein Bewertungsgewinn von 4,1 Milliarden Franken.

Der Gewinn aus den Fremdwährungspositionen setzt sich zusammen aus 7,7 Milliarden Franken an Zinserträgen und 1,8 Milliarden Franken an Dividenden aus den Devisenanlagen. Bei den Zinspapieren führte das tiefere Zinsniveau zu Kursgewinnen von 8,7 Milliarden Franken. Die Beteiligungspapiere profitierten vom günstigen Börsenumfeld und warfen 4,4 Milliarden Franken ab. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich auf 11,8 Milliarden Franken.

Ergebnis 2015 «nicht abschätzbar»

Das Ergebnis der SNB ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Daher müsse mit sehr stark schwankenden Quartals- und Jahresergebnissen gerechnet werden, warnen die Währungshüter. Zum heutigen Zeitpunkt könne «nicht abgeschätzt werden, wie sich das Jahresergebnis 2015 präsentieren wird».

Auch eine Nullrunde bei den Ausschüttungen sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Nach dem Rekordgewinn im letzten Jahr ist die Ausschüttungsreserve nun aber wieder mit 28,5 Milliarden Franken dotiert. Wegen des Verlusts der SNB von 9,1 Milliarden Franken im Jahr 2013 hatte dieser Posten ein Minus von 6,8 Milliarden Franken erreicht, sodass die Nationalbank erstmals keine Gewinnausschüttung vornahm.

Für 2014 hat die SNB bereits angekündigt, insgesamt 2 Milliarden Franken an Bund und Kantone auszuschütten. Gemäss einer Übereinkunft mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) entrichtet die SNB neben der ordentlichen Ausschüttung von 1 Milliarde Franken eine Sonderzahlung von einer weiteren Milliarde.

(SDA)

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