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SNB: Gefahr am Immobilienmarkt – Banken benötigen mehr Kapital

Trotz Verlangsamung wachsen die Hypotheken immer noch schneller als der Gesamtmarkt. Die Nationalbank ruft die Banken zu einer Stärkung ihrer Kapitalbasis auf.

Sieht keine «breit abgestützten Anzeichen», dass die Risikobereitschaft der Banken abgenommen hat: SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine in Bern. (11. Dezember 2014)
Sieht keine «breit abgestützten Anzeichen», dass die Risikobereitschaft der Banken abgenommen hat: SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine in Bern. (11. Dezember 2014)
Ruben Sprich, Reuters

Der Schweizer Hypothekenmarkt ist in den letzten Monaten weniger rasant gewachsen. Dennoch ist es laut der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die ihre Nullzinspolitik fortführt, zu früh für eine Entwarnung.

Die Ungleichgewichte lägen weiterhin auf hohem Niveau und die Hypothekarzinsen seien wieder auf historische Tiefstände gefallen, sagte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine heute in Bern. Zudem gebe es keine breit abgestützten Anzeichen, dass die Risikobereitschaft der Banken abgenommen habe.

Hypotheken wachsen stärker als Gesamtmarkt

Das Hypothekarwachstum sei zwar auch bei den inlandorientierten Banken gesunken. Es liege aber weiterhin deutlich über dem Wachstum des Gesamtmarkts, stellte Danthine fest. Gleichzeitig seien die Tragbarkeitsrisiken bei der Hypothekenvergabe weiter gestiegen, das Zinsrisiko bleibe historisch hoch und die Zinsmarge habe sich weiter verkleinert.

Die Banken müssten sicherstellen, dass sie die eingegangenen Risiken selbst bei einer deutlichen Immobilienpreiskorrektur mit einem gleichzeitigen Zinsschock tragen könnten, forderte Danthine. Dazu trage der antizyklische Kapitalpuffer bei, der zusätzliche Eigenmittelpuffer verlangt. Zudem hielten viele Banken Eigenmittelüberschüsse.

Tiefe Leverage Ratios

Danthine rief die beiden Grossbanken auf, ihre Widerstandskraft generell weiter zu stärken. Zwar lägen deren risikogewichteten Eigenkapitalquoten über dem Durchschnitt internationaler Grossbanken. Dies treffe auf die Leverage Ratios – das ungewichtete Verhältnis von Bilanzsumme zu Kernkapital – aber nicht zu.

Die SNB unterstütze die kürzlich publizierten Empfehlungen der von Aymo Brunetti geleiteten Expertengruppe. Die Eigenmittelvorschriften müssten die Grösse und den Konzentrationsgrad des Schweizer Bankensektors widerspiegeln. Zudem sollten die risikogewichteten Aktiven auch gemäss Standardansatz publiziert werden.

SDA/rub

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