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Schuldenkrise breitet sich nach Italien aus

Im Kampf gegen eine Ausweitung der Euro-Schuldenkrise hat der EU-Ratspräsident für heute zu einem Spitzentreffen gerufen. Thema soll Berichten zufolge auch der Schuldenberg Italiens sein.

Treffen sich zu einer Sondersitzung: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet (l.) umarmt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Ganz rechts steht Herman Van Rompuy an einem Meeting im Oktober 2010.
Treffen sich zu einer Sondersitzung: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet (l.) umarmt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Ganz rechts steht Herman Van Rompuy an einem Meeting im Oktober 2010.
Reuters

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy hat ein Treffen einberufen, bei dem die Ausweitung der Euro-Schuldenkrise thematisiert werden soll. An der Sondersitzung nehmen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, EU-Währungskommissar Olli Rehn sowie EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso teil.

Van Rompuys Sprecher trat zwar dem Eindruck entgegen, dass es sich um ein Krisentreffen handelt. Es ginge vielmehr um Koordinierungsfragen. Italien sei nicht Thema der Gespräche. Dagegen hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus EU-Kreisen erfahren, dass die Spitzendiplomaten nicht nur über ein zweites Paket mit Hilfskrediten für Griechenland beraten wollten, sondern auch über die Gefahr einer Ausweitung der Schuldenkrise auf Italien.

Gefahrenzulage für italienische Anlagen

Das Treffen sei organisiert worden, nachdem der Druck der Finanzmärkte auf Italien am Freitag deutlich zugenommen habe. Anleger wollten italienische Staatsanleihen nur noch kaufen, wenn sie dafür die höchste Gefahrenzulage seit Schaffung des Euro kassieren konnten. Die Zinsen auf den Schuldenpapieren näherten sich dabei einem Niveau an, das einige Ökonomen für eine kritische Schwelle halten.

Im Anschluss an die Van-Rompuy-Runde sollten die 17 Euro-Finanzminister am Nachmittag zu einem regulären Treffen in Brüssel zusammenkommen, um über ein zweites Rettungspaket für Griechenland zu beraten. Dabei ist vor allem weiter unklar, in welchem Umfang Banken, Versicherer und Investmentfonds beteiligt werden sollen, ohne dass die Ratingagenturen dem hoch verschuldeten Land einen Zahlungsausfall bescheinigen. Auf die Beteiligung privater Gläubiger pochen neben Deutschland auch die Niederlande, Österreich und Finnland.

SDA/wid

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