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Portugiesische Flughäfen bald in Zürcher Händen?

Die staatlich betriebenen Flughäfen der ANA Aeroportos de Portugal sollen verkauft werden. Unter den Bietern befindet sich auch die Flughafen Zürich AG.

Stehen zum Verkauf: Der Flughafen Lissabon und die portugiesische Fluggesellschaft TAP.
Stehen zum Verkauf: Der Flughafen Lissabon und die portugiesische Fluggesellschaft TAP.
Keystone

Der Flughafen Zürich könnte möglicherweise bald Betreiberin der ANA-Flughäfen in Portugal werden. Dies berichtet heute die Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève» (Artikel online nicht verfügbar). Die ANA betreibt zehn Flughäfen auf dem portugiesischen Festland sowie auf der Insel Madeira und den Azoren. Nebst der Flughafen Zürich AG haben auch die französische Flughafenbetreiberin Vinci, die deutsche Gesellschaft Fraport und die argentinische Corporación América ihre Gebote bis letzten Freitag eingereicht.

Laut Insiderberichten bewegen sich die Gebote zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro. Die portugiesische Presse berichtete, die französische Vinci habe dabei die Nase vorn. Die Gesellschaft bestätigte auf Anfrage der Agentur Reuters ihr Gebot, wollte sich aber zum Preis nicht äussern. Auch die Flughafen Zürich AG bestätigte am Montag gegenüber der NZZ, dass sie zusammen mit zwei Partnern ein Gebot abgegeben habe. Bei den Partnern handelt es sich um die beiden in der Vorrunde ausgeschiedenen Gesellschaften Global Infrastructure Partners, die in London den Flughafen Gatwick betreibt, sowie den brasilianischen Strassenbetreiber CCR.

Flughafenverkauf zur Sanierung des Staatshaushaltes

Mit dem Verkauf des Flughafenbetriebs sowie der staatlichen Fluggesellschaft TAP will Portugal dasDefizit in der Haushaltskasse verringern. Portugal fordert dazu von der Flughafenbetreiberin ANA 800 Millionen Euro bereits vor Jahresende ein. Im Gegenzug erhält die ANA für weitere 50 Jahre die Konzession zum Betrieb der Flughäfen. Der Entscheid, welche der Flughafenbetreiberinnen den Zuschlag erhalten soll, will die Regierung am 27. Dezember fällen.

Auch die staatliche Fluggesellschaft TAP, die 1945 gegründet wurde, soll verkauft werden. Der einzige Bieter, der brasilianisch-kolumbianische Multimillionär German Efromovich, hat laut unterschiedlichen Medienberichten dafür 1,5 respektive 1,85 Milliarden Euro geboten. Die oppositionelle Sozialistische Partei (PPD) bemängelte jüngst, das Verfahren zur Privatisierung werde zu wenig transparent geführt, und er verlangte deshalb eine Aufhebung des Verkaufsprozesses. Morgen Donnerstag muss das Parlament über die Zukunft der traditionsreichen Fluggesellschaft entscheiden.

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