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IWF-Chefin ermahnt Deutschland

Christine Lagarde fordert die deutsche Regierung auf, für den Fall eines neuerlichen Wachstumseinbruchs ein Konjunkturprogramm aufzugleisen. Die IWF-Chefin warnte eindringlich vor einem Rückfall in die Rezession.

Fordert Deutschland zum handeln auf: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Fordert Deutschland zum handeln auf: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Keystone

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde hat im Fall eines Wirtschaftseinbruchs in Deutschland ein Konjunkturprogramm gefordert. «Wenn der Export, auf dem das deutsche Wirtschaftsmodell beruht, einbricht, dann könnte die Bundesregierung gegensteuern», sagte Lagarde dem «Spiegel», wie das Nachrichtenmagazin am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete. Spielraum für staatliche Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft ist aus ihrer Sicht vorhanden.

Es sei auch positiv für die Nachbarn, wenn Deutschland die Binnennachfrage stütze, betonte die IWF-Präsidentin. Sie warnte, dass der IWF in den vergangenen Monaten eine neue Vertrauenskrise festgestellt habe, die die wirtschaftliche Lage weltweit verschlechtere. Lagarde plädierte daher dafür, «dass die Länder ihren Sparkurs anpassen und wachtumsfördernde Massnahmen ins Auge fassen.» Zahlreiche EU-Staaten haben in den vergangenen Monaten ihre Sparanstrengungen verschärft, um ihre Haushalte zu sanieren.

Finnland stellt sich quer

Die Finanzminister der Euro-Zone erwogen unterdessen, von Finnland im Gegenzug für ein Pfand für seine Beteiligung am zweiten Griechenland-Rettungspaket einen teilweisen Verzicht auf seine Zinsen zu verlangen. «Wer Garantien nur gegen ein Pfand vergibt, muss dafür einen Preis zahlen», sagte der belgische Finanzminister Didier Reynders dem «Spiegel». Länder, die auf die Hinterlegung einer Sicherheit für Beteiligung an dem Hilfspaket verzichteten, sollte eine höhere Rendite erhalten, sagte Reynders.

Die Regierung in Helsinki ist nur bereit, weitere Hilfen an Griechenland zu zahlen, wenn Athen dafür in Finnland als Sicherheit ein Pfand hinterlegt. Die Euro-Länder haben bei einem Sondergipfel am 21. Juli ein zweites Rettungspaket für Griechenland vereinbart. Die Hinterlegung eines Pfands in Finnland lehnen die anderen Länder ab. Das von Reynders erwähnte Modell könnte jedoch eine Lösung in dem Streit bringen.

AFP/pbe

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