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Irland verzichtet auf Sicherheitsnetz

Gute Nachricht für die krisengeplagte Eurozone: Als erstes Land hat Irland dem EU-Rettungsschirm den Rücken gekehrt. Regierungschef Enda Kenny zeigte sich vorsichtig optimistisch.

«Unsere Leben werden sich nicht über Nacht ändern», sagte Regierungschef Enda Kenny: Bei einer Demonstrant wird die irische Nationalflagge geschwungen. (Archivbild)
«Unsere Leben werden sich nicht über Nacht ändern», sagte Regierungschef Enda Kenny: Bei einer Demonstrant wird die irische Nationalflagge geschwungen. (Archivbild)
Keystone

Irland hat gestern als erstes Krisenland offiziell den Euro-Rettungsschirm wieder verlassen. Regierungschef Enda Kenny sagte in einer Fernsehansprache, sein Land werde nie wieder zu einer Kultur der «Spekulation und Gier» zurückkehren. Kenny sprach von einem wichtigen Schritt für Irland, warnte aber gleichzeitig: «Unsere Leben werden sich nicht über Nacht ändern.»

Das mit einem maroden Bankensektor und einer Immobilienblase kämpfende Irland hatte im Jahr 2010 nach Griechenland als zweites Euroland um Hilfe gebeten. Es erhielt daraufhin Unterstützung von der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds in Höhe von 67,5 Milliarden Euro. Weitere 17,5 Milliarden Euro brachte das Land selbst auf. Im Gegenzug für die Hilfe verpflichtete sich Irland zu Steuererhöhungen, zum Verkauf von Staatsbesitz und zu Strukturreformen.

«Nie wieder Spekulation und Gier»

Kenny zollte den Iren Anerkennung dafür, dass sie diese «Opfer» auf sich genommen hätten. Für viele sei der wirtschaftliche Aufschwung im täglichen Leben noch nicht spürbar. Irland dürfe den eingeschlagenen Weg aber nicht verlassen und müsse weiter auf eine umsichtige Haushaltspolitik setzten, mahnte Kenny.

Seine Regierung werde in dieser Woche ein Wirtschaftsprogramm für die kommenden sieben Jahre vorlegen, kündigte der Regierungschef an. Dieses werde dafür sorgen, dass die Stabilität des Landes «nie wieder durch Spekulation und Gier gefährdet wird». Den Plan sieht unter anderem vor, bis 2020 die Staatsschulden um ein Viertel zu reduzieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

(AFP)

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