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In fünf Jahren rund 30 Millionen Jobs vernichtet

Die Wirtschaftskrise wird auch in diesem Jahr weltweit grosse Opfer am Arbeitsmarkt fordern. Seit 2007 verloren laut der Internationalen Arbeitsorganisation 28 Millionen Menschen ihren Job.

ILO fordert «Neustart der Antriebsmaschinen für wirtschaftliches Wachstum» in Europa: Schlange vor einer Behörde für Arbeitslose in Madrid. (3. Juli 2012)
ILO fordert «Neustart der Antriebsmaschinen für wirtschaftliches Wachstum» in Europa: Schlange vor einer Behörde für Arbeitslose in Madrid. (3. Juli 2012)
Keystone

Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise wird die globale Arbeitslosigkeit 2013 laut Vorhersagen von Experten erneut deutlich ansteigen. Mangels Wirtschaftswachstums muss mit zusätzlich 5,1 Millionen Menschen ohne Arbeit gerechnet werden.

Damit werde die Zahl der Arbeitslosen weltweit auf mehr als 202 Millionen steigen, warnt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem jüngsten Beschäftigungsbericht kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

Zu wenige neue Stellen

2014 kämen wahrscheinlich noch drei Millionen weitere Arbeitslose hinzu. Seit 2007 hätten weltweit mehr als 28 Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, etwa 39 Millionen gaben die Suche nach einer Stelle wegen fehlender Erfolgsaussichten auf.

«Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung und die unzureichenden Gegenmassnahmen der Politik schwächen die Nachfrage und bremsen Investitionen und Neueinstellungen», erklärte ILO-Chef Guy Ryder. «Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist rückläufig, und die Dauer der Arbeitslosigkeit nimmt zu.»

Banken sollen Kredite geben

Die UNO-Sonderorganisation ILO forderte Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft auf, Arbeitslosigkeit entschlossener zu bekämpfen. Vor Europa stehe «die dringende Aufgabe eines effektiven Neustarts der Antriebsmaschinen für wirtschaftliches Wachstum». Dies gelte insbesondere für Problemstaaten wie Griechenland mit schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivitäten.

Die ILO mahnt eine schnellere Umsetzung finanzwirtschaftlicher Reformen an. Der Bankensektor müsse wieder erheblich stärker seiner wichtigsten Aufgabe nachkommen und Kredite für produktive Investitionen zur Verfügung stellen – besonders für mittelständische Unternehmen als wichtigste «Jobmaschine».

Eurokrise als grosse Gefahr

Trotz finanzpolitischer Gegenmassnahmen wie dem Eurorettungsfonds EFSF und dem Rettungsschirm ESM sowie ausserordentlicher Eingriffe in den Finanzmarkt durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich das Wachstum in der Eurozone weiter verlangsamt. Dadurch seien die Arbeitsmärkte vieler Euroländer in eine schwere Notlage geraten.

Auch 2013 sei «die Krise in der Eurozone die grösste einzelne Gefahr für die globale Beschäftigungsentwicklung». Dabei schränke das Fehlen einer Fiskalunion in Europa Optionen zur Förderung des Wirtschaftswachstums in den am härtesten von der Euroschuldenkrise betroffenen Ländern ein, bemängelte die ILO. Allerdings sei die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Eurozone oder des völligen Bankrotts einzelner Staaten Anfang 2013 geringer als ein Jahr zuvor.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit als Gefahrenherd

Als besorgniserregend und gefährlich für den Zusammenhalt ganzer Gesellschaften hebt die Organisation die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen hervor. Derzeit seien weltweit etwa 73,8 Millionen junge Menschen ohne feste Stelle.

Die anhaltende Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit werde vermutlich bis 2014 eine weitere halbe Million Jugendlicher zu Arbeitslosen machen. Die durchschnittliche globale Arbeitslosenquote bei Jugendlichen, die 2012 auf 12,6 Prozent angewachsen sei, werde ohne entschlossene Gegenmassnahmen auf 12,9 Prozent im Jahr 2017 steigen.

Die Schweiz, Deutschland und Österreich gehören laut ILO zu jenen Staaten, denen es am besten gelungen sei, die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau zu halten.

Hingegen habe die Rezession in einer Reihe von Euroländern die Jugendarbeitslosigkeit noch gefährlich weiter in die Höhe getrieben, mit mehr als 50 Prozent in Griechenland und Spanien sowie mehr als 22 Prozent im Durchschnitt der Euroländer.

sda/dapd/rub

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