Zum Hauptinhalt springen

Deutsche Exporte brechen ein

Die deutschen Exporte sind so stark zurückgegangen wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr – auch wegen der Russland-Sanktionen. Wie sich die Lage in der Schweiz präsentiert.

Sie verladen deutlich weniger als im letzten Monat: Hafenkräne im Hamburger Hafen. (Archivbild)
Sie verladen deutlich weniger als im letzten Monat: Hafenkräne im Hamburger Hafen. (Archivbild)
Keystone

Die deutsche Wirtschaft zeigt zunehmend deutliche Zeichen der Schwäche: Nach den Industrieaufträgen und Produktion brachen im August auch die Exporte so kräftig ein wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr.

Die Ausfuhren sanken um 5,8 Prozent zum Vormonat, teilte das deutsche Statistikamt mit. Auch die Importe fielen überraschend um 1,3 Prozent. «Diese Rückgänge waren auch durch die späte Lage der Sommerferien in vielen Bundesländern beeinflusst», erklärten die Statistiker.

Experten machten aber auch die am 1. August in Kraft getretenen schärferen Sanktionen gegen Russland mitverantwortlich, die neben Banken beispielsweise Rüstungsgüter und Hochtechnologiegeräte betreffen. «Die Sanktionen gegen Russland greifen voll, das hinterlässt Spuren», sagte etwa ein Ökonom der Bayern LB.

Schweizer KMU verhalten optimistisch

Etwas besser dürfte sich die Lage in der Schweiz präsentieren: Die kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen (KMU) zeigen sich verhalten optimistisch hinsichtlich ihrer Exportaussichten. Dies geht aus dem KMU-Exportindikator der Credit Suisse und der Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise (ehemalige Osec) hervor.

Die in einer Umfrage erhobenen Exportperspektiven für KMU fielen Anfang Oktober im Vergleich zu Anfang Juli um 4,5 Prozentpunkte auf 60,8 Punkte. Der Wert, der aus der Exportstimmung der KMU für das bevorstehende Quartal sowie den effektiven Exporten im Vorquartal berechnet wird, signalisiert ab 50 Punkten ein Wachstum.

Sämtliche Sektoren erwarten steigende Exporte. Mit dem stärksten Wachstum bei den Ausfuhren rechnet die Metallindustrie, gefolgt vom Maschinenbau und Dienstleistungen. Allerdings geht etwas mehr als die Hälfte der rund 200 befragten KMU von einem stagnierenden oder rückläufigen Exportvolumen aus. Als Grund dafür nennen die Unternehmen vermehrt Ängste vor einem konjunkturellen Abschwung.

Exportmarkt Europa schwächelt

Auch unter den optimistischen Betrieben erwarten nur noch 24 Prozent eine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes, während es im Sommer noch 32 Prozent waren.

Die Auswirkungen der schleppenden Wirtschaftserholung im wichtigsten Exportmarkt Europa sowie eines verlangsamten Wachstums in Asien zeigen sich auch im Exportbarometer der Credit Suisse. Der Indikator für die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten im vierten Quartal sank auf einen Wert von 0,94.

Damit liegt der Indikator zum ersten Mal seit über einem Jahr unter dem langjährigen Durchschnitt von 1,00. Allerdings zeigt er mit einem positiven Wert noch immer ein Wachstum an. Eine höhere Nachfrage ist laut der Medienmitteilung vor allem aus den USA zu erwarten.

SDA/rar

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch