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Der Mann, der Blocher den Lehrstuhl wegschnappte

Florian Wettstein übernimmt an der St. Galler HSG den Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, für den sich auch Christoph Blocher beworben hatte. Der USA-Heimkehrer spricht mit Redaktion Tamedia über seine Pläne.

Herr Wettstein, die 90 Millionen Franken, die der Chef von Credit Suisse, Brady Dougan, in diesem Jahr an Entschädigung bezog, ist das unethisch? Es ist immer schwierig, Dinge als unmoralisch schlechthin zu bezeichnen. Das Problem liegt doch darin, dass eine umfassende Begründung für die hohen Saläre fehlt. Respektive es werden diverse marktbasierte Begründungen abgegeben, die aber aus moralischer – und oft auch aus ökonomischer – Sicht alle hinken. Diese Diskussionen müssen nun geführt werden.

Wie stark beschäftigt Sie als Wirtschaftsethiker die Abzockerdebatte? Was teilweise in den Chefetagen abgeht, desillusioniert die Öffentlichkeit. Es wird so wahrgenommen, als würden sich die Manager wie in einem Selbstbedienungsladen verhalten. Die Beschäftigung mit diesem Thema muss ein Teil unserer Arbeit sein. Wir wollen Antworten auf das geben, was die Öffentlichkeit interessiert. Und klar: Wir müssen den Austausch zwischen Wirtschaft und Gesellschaft verstärken und dabei eine Vermittlerrolle einnehmen.

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