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Börsenstürze reissen Löcher in die Pensionskassen

Die Turbulenzen an den Aktienmärkten werfen gemäss einer Studie viele Pensionskassen wieder in die Unterdeckung zurück – zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008.

Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften den Pensionskassen in der Schweiz heftig zugesetzt haben. Die Anlagegesellschaft Swisscanto geht davon aus, dass viele Vorsorgeeinrichtungen in die Unterdeckung gefallen sind.

So schätzt Swisscanto, eine Gesellschaft der Kantonalbanken, dass die privatrechtlichen Pensionskassen am 12. August einen Deckungsgrad von 96,3 Prozent aufwiesen. Damit unterschreiten sie erstmals seit der Finanzkrise wieder die Marke von 100 Prozent, nachdem die an den Börsen investierten Vorsorgevermögen heftig unter den Kursbewegungen gelitten hatten.

Zum Ende des zweiten Quartals belief sich die Höhe der Reserven bei den privatrechtlichen Einrichtungen noch auf 102,6 Prozent der Verpflichtungen. Die unsichere Marktlage hat sie aber bereits zwischen Anfang April und Ende Juni um 2 Prozentpunkte sinken lassen, wie Swisscanto im publizierten Pensionskassen-Monitor festhält.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Anteil der unterdeckten Kassen innerhalb von drei Monaten bereits verdoppelt, wie Swisscanto schreibt.

Finanzloch wird grösser

Für die öffentlich-rechtlichen Kassen geht Swisscanto angesichts der Kursverluste bei Wertpapieren und Fremdwährungen für Mitte August von einem Deckungsgrad bei 83,2 Prozent aus. In der vergangenen Woche hatten Aktien- und Devisenmärkte mit heftigen Kursstürzen auf die internationale Schuldenkrise reagiert.

Die chronisch unterfinanzierten öffentlichen Kassen können sich zur Ausfinanzierung allerdings auf staatliche Garantien verlassen. Ende Juni hatten sie noch einen Deckungsgrad von 91,0 Prozent. Bereits im Verlauf des zweiten Quartals war der Deckungsgrad um 1,3 Prozent geschrumpft.

Für alle 382 Vorsorgeeinrichtungen, die in den Statistiken von Swisscanto erfasst sind, schätzt Swisscanto den Deckungsgrad für Mitte August auf 91 Prozent. Ende des abgelaufenen Quartals lag er noch bei 97,4 Prozent, Resultat einer über das Quartal verteilten Abnahme um 1,5 Prozentpunkte.

Renditen vernichtet

Auch bei den Renditen ergibt sich ein negatives Bild. Für die privatrechtlichen Kassen schätzt die Anlagegesellschaft für Mitte August die Rendite auf -7,3 Prozent, für die öffentlich-rechtlichen auf -6,9 Prozent.

Im Zeitraum zwischen Januar und Juni gelang den Vorsorgeeinrichtungen noch eine Rendite von 0,1 Prozent. Um die Deckungsgrade auf dem Niveau des Jahresbeginns zu halten, hätten sie laut Swisscanto aber 2 Prozent Rendite erzielen müssen.

SDA/miw

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