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Aufatmen im Detailhandel – Umsätze steigen an

Erstmals seit der Aufhebung des Mindestkurses konnte der Detailhandel wieder ein Umsatzplus verzeichnen. Besonders in einem Sektor sind die Zahlen erfreulich.

Das grösste reale Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Nicht-Nahrungsmittelsektor: Eine Frau kauft Kleider beim Modeunternehmen Schild in Zürich. (15. April 2014)
Das grösste reale Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Nicht-Nahrungsmittelsektor: Eine Frau kauft Kleider beim Modeunternehmen Schild in Zürich. (15. April 2014)
Christian Beutler, Keystone

Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind im April gegenüber dem Vorjahr um real 1,6 Prozent gestiegen (nominal: -0,7 Prozent). Es ist der erste Anstieg des um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Werts seit der Aufhebung des Euromindestkurses Mitte Januar.

Noch ausgeprägter war der Anstieg, wenn man die Aprilzahlen mit jenen aus dem Vormonat März vergleicht. Hier stiegen die realen saisonbereinigten Detailhandelsumsätze um 2,1 Prozent (nominal: 1,8 Prozent), wie aus den provisorischen Ergebnissen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht.

Stagnation bei Tabakwaren

Das grösste reale Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Nicht-Nahrungsmittelsektor mit 3,9 Prozent (nominal 0,3 Prozent). Der Detailhandel ohne Treibstoffe wuchs im Jahresvergleich um 1,9 Prozent (nominal: 0,0 Prozent).

Hingegen verbuchte der Detailhandel mit Nahrungsmitteln Getränken und Tabakwaren eine Stagnation der realen Umsätze gegenüber April 2014 (nominal: 0,4 Prozent).

Preise im Schweizer Grosshandel im Sinkflug

Im Schweizer Grosshandel sinken die Preise nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses weiterhin deutlich. Die Produzenten- und Importpreise gingen im Mai gegenüber dem April um 0,8 und seit Mai 2014 um 6 Prozent zurück.

Dabei waren die Importpreise innert Jahresfrist um 9,9 Prozent rückläufig. Die Produzentenpreise für im Inland hergestellte Güter fielen um 4,3 Prozent.

Teures Erdöl

Der Index der Produzenten- und Importpreise für Mai erreichte 91,6 Punkte (Basis Dezember 2010 = 100), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Billiger wurden insbesondere chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Erdöl und seine Produkte hingegen wurden teurer.

Für das einheimische Gewerbe und die Industrie stiegen die Preise beim Inlandverkauf verglichen mit dem April um 0,1 Prozent. Die Exportpreise gingen um 1,5 Prozent zurück. Damit lag das Preisniveau für den Inlandabsatz im Jahresvergleich 3,5 Prozent tiefer, bei den Exportpreisen betrug der Rückgang 5,1 Prozent.

Preise für Konsumenten steigen

Importierte Güter verbilligten sich gegenüber dem Vormonat um 1 Prozent. Dazu trugen neben Chemie- und Pharmaprodukten Holz, Papier, Druckerzeugnisse, Kunststoffprodukte, Roheisen, Stahl, Computer und Maschinen bei. Neben Erdöl wurden auch Erdgas, Gemüse, Zitrusfrüchte und unverarbeiteter Kunststoff teurer.

Beim Konsumenten sind die gesunkenen Grosshandelspreise nicht angekommen. Im Gegenteil: Im Mai stiegen die Konsumentenpreise gegenüber dem April sogar um 0,2 Prozent, wie das BFS vor knapp einer Woche bekanntgab. Innert Jahresfrist sank das Preisniveau um 1,2 Prozent.

Damit zeigt sich, dass sich die Aufgabe des Euro-Mindestkurses Mitte Januar nicht im Portemonnaie der Konsumenten angekommen ist. Der Euro verbilligte sich seither um rund 14 Prozent. Händler begründen die zögerliche oder unterlassene Weitergabe des Währungsvorteils mit den höheren Löhnen und Immobilienpreisen in der Schweiz.

SDA/dia

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