Zum Hauptinhalt springen

Athen erhält 31 Milliarden Euro

Auch wenn Griechenland die Auflagen der Troika nicht erfüllen sollte, wird Brüssel dem maroden Land die nächste Hilfstranche auszahlen. Die Angst vor einem Dominoeffekt sei zu gross, sagen Insider.

Griechenland kann auf eine neue Finanzspritze hoffen: Wache vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten in Athen. (4. August 2012)
Griechenland kann auf eine neue Finanzspritze hoffen: Wache vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten in Athen. (4. August 2012)

Griechenland kann Berichten zufolge offenbar auf weitere Gelder aus Europa hoffen. So werde Athen trotz neuer Milliardenlöcher und Mängel bei der Umsetzung der Reformen die nächste Hilfstranche von 31 Milliarden Euro erhalten, berichtete die «Wirtschaftswoche» vorab. In Brüssel liefen bereits die Vorbereitungen für die Auszahlung. Zugleich meldete der «Focus» unter Berufung auf Kreise des EU-Parlaments, dass sowohl Brüssel als auch die Bundesregierung Griechenland unbedingt in der Euro-Zone halten wollten.

«Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen», zitierte die «Wirtschaftswoche» aus Kreisen der Eurogruppe. «Das Geld wird freigegeben, sobald die Abgeordneten zugestimmt haben.» Unklarheit herrscht dagegen offenbar darüber, wann und mit welchem Ergebnis der nächste Prüfbericht der Troika aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU vorliegen wird. So wird der Report laut «Wirtschaftswoche» die Auflagen nicht als komplett erfüllt sehen. Der «Focus» berichtet dagegen, der Troika-Bericht werde so ausfallen, dass die Politik das Geld freigeben könne.

Merkel und Schäuble rücken von Plan ab

Nach Angaben der «Wirtschaftswoche» laufen in Brüssel die Vorbereitungen, um die Auszahlung der Hilfstranche sicherzustellen, obwohl der Bericht der Troika die Auflagen für Griechenland nicht als komplett erfüllt einstufen werde. «Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen», zitierte das Magazin Quellen in der Eurogruppe. Das Geld werde freigegeben, wenn die Abgeordneten zugestimmt hätten.

Sowohl die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hatten in den vergangenen Wochen betont, dass Griechenland zumindest die Reformpläne umsetzen müsse, wenn es die Haushaltsziele verfehle. Beide rücken laut «Wirtschaftswoche» nun aber davon ab, weil Griechenland in der Eurozone gehalten werden solle. «Die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu gross», sagte ein EU-Diplomat der «Wirtschaftswoche».

dapd/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch