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Khan strafft die Kernsparte der UBS – 500 Jobs weg

Die Vermögensverwaltung soll schlanker werden und mehr mit den anderen Bankteilen zusammenarbeiten. Das hat Folgen für die Mitarbeiter.

Holger Alich
Die UBS will das Geschäft mit Krediten an reiche Kunden ausbauen. Foto: Ennio Leanza (Keystone)
Die UBS will das Geschäft mit Krediten an reiche Kunden ausbauen. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Seit Monaten steht Bankmanager Iqbal Khan in den Schlagzeilen, weil sein Ex-Arbeitgeber Credit Suisse ihn vor seinem Wechsel zur UBS beschatten liess. Nun versucht Khan, mit ersten Entscheidungen bei seinem neuen Arbeitgeber die Aufmerksamkeit auf seine Arbeit zu lenken. Gemeinsam mit dem zweiten Co-Leiter der Vermögensverwaltung, Tom Naratil, kündigte er einen Umbau der Kernsparte der UBS an.

Die Eckpunkte: Die Sparte wird schlanker, drei Hierarchiestufen werden gestrichen. Die Regionen bekommen mehr Macht – eine Strategie, die Khan bereits bei der Credit Suisse verfolgte. Ferner wird die Zusammenarbeit mit der hauseigenen Investmentbank intensiviert, um Kunden besser bedienen zu können, etwa mit Krediten.

2 Prozent der Stellen fallen weg

Die Streichung von Hierarchiestufen wird zu einem Abbau von rund 500 Stellen von derzeit 23’000 Arbeitsplätzen weltweit führen, erklärte Khan in einem Telefongespräch. «Die Reorganisation ist kein Sparkonzept, sondern soll das Wachstum fördern», fügte Naratil an. Wie gross die Einsparung durch die Kürzungen ausfallen wird, dazu machten sie denn auch keine Angaben. Analysten rechnen mit einem dreistelligen Millionenbetrag.

Die Region EMEA wird in drei Teile aufgespalten, die jeweils eigene Chefs bekommen. Die bisherige Leiterin der Gesamtregion, Christine Novakovic, behält nur noch die Leitung für die Geschäfte in der EU. Die Region Zentral- und Osteuropa verantwortet ab sofort Caroline Kuhnert, die Geschäfte in Nahost führt Ali Janoudi. Khan will dennoch nicht von einer Rückstufung der ehrgeizigen Novakovic sprechen. «Europa ist als Region sehr wichtig und verdient mehr Fokus, weil hier die Profitabilität erhöht werden muss», erklärte er.

Altes Konzept neu belebt

Die Investmentbank, die Vermögensverwaltung und das Asset Management sollen noch enger zusammenarbeiten. Dafür nutzt die UBS sogar den Begriff «One UBS» – diese Bezeichnung für das spartenübergreifende Angebot hatte die Credit Suisse bereits im Jahr 2006 eingeführt. Konkret soll unter anderem das Geschäft mit Krediten an reiche Kunden ausgebaut werden. Dafür wird innerhalb der Investmentbank ein eigenes Kreditbuch für reiche Kunden eröffnet, die gegen die Hinterlegung von Sicherheiten wie Aktien oder auch Private Equity Investments frisches Geld geliehen bekommen. Die neue Struktur soll die Kreditvergabe beschleunigen und helfen, das Ziel zu erreichen, pro Jahr bis zu 30 Milliarden Dollar neue Kredite an Kunden zu vergeben.

An der Börse machte die neue Organisation wenig Eindruck: Die UBS-Aktie stieg ungefähr gleich stark wie die Titel der Credit Suisse. «UBS hat eigentlich alles, um erfolgreich zu sein. Nun soll die Umsetzung beschleunigt werden», sagt Andreas Venditti von der Privatbank Vontobel.

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