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Japan-Beben hinterlässt nur kleine Delle bei Peugeot

Paris Das Erdbeben in Japan hinterlässt beim grössten französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen nur eine kleine Delle.

Peugeot bezifferte am Mittwoch die Belastungen wegen fehlender Teile von Zulieferern wie der japanischen Hitachi bis Mitte des Jahres auf voraussichtlich 150 Millionen Euro. Der Umsatzentwicklung im ersten Quartal tat dies aber keinen Abbruch: Peugeotkonnte die Erlöse um mehr als zehn Prozent steigern auf 15,41 Milliarden Euro. Das Wachstum kam klarer als kaum je zuvor aus neuen Märkten wie Russland, China oder Lateinamerika: Ausserhalb Europas zog der Absatz um 40 Prozent an, in Europa setzte die Nummer eins vor Renault in Frankreich dagegen 5,6 Prozent weniger Autos ab. Peugeot bekräftigte seine Jahresziele für 2011. «Die Produktion in Japan muss sich erst wieder vollständig normalisieren», teilte Peugeot mit. Die Gruppe verfolge die Entwicklungen genau. Die entstandenen Kosten seien zum Teil den Lieferengpässen bei Hitachi geschuldet. Zudem habe die Lieferkette angepasst werden müssen. Damit dürfte aber das Schlimmste schon überstanden sein. Finanzchef Frederic Saint Geours sagte, er rechne nicht mit weiteren Unterbrechungen wegen Beben und Tsunami in Japan. Experten zollten Peugeot ihren Respekt: «Die Umsätze im ersten Quartal sind exzellent», sagte CM-CIC-Analyst Florent Couvreur. Peugeot-Aktien legten bis zum Nachmittag um mehr als vier Prozent und damit stärker als der Pariser Markt zu. Automobilindustrie stark von Erdbeben betroffen Die Automobilindustrie wurde besonders stark von den Folgen des Erdbebens getroffen: Weltmarktführer Toyota produziert derzeit nur halb so viele Autos wie normal wegen fehlender Teile oder beschädigter Fabriken. Zudem ist nun auch China betroffen. Dort soll die Fertigung nun bis Anfang Juni ebenfalls reduziert werden, wie Toyota mitteilte. Auch Peugeot musste seine Produktion in den japanischen Werken nach dem Beben etwas reduzieren. Die Herstellung von Diesel-Motoren laufe aber wieder normal, teilte Peugeot mit. Wie tief die Autobauer in die Tasche greifen müssen, ist oft noch nicht klar. Rivale Renault etwa hat die Kosten noch nicht beziffert. Er wird am Dienstag nach Ostern seine Quartalsbilanz vorlegen. Fiat hält sich bedeckt Der italienische Autobauer Fiat, der ebenfalls seine Quartalszahlen vorlegte, hielt sich mit Blick auf Japan bedeckt. Fiat hat nach früheren Angaben Schwierigkeiten, die angebotene Farbenpalette für einige Kunden aufrecht zu erhalten, da bestimmte Zusätze in Japan hergestellt werden. Bei seiner Sanierung kommt der Konzern schneller voran als gedacht: Die Schulden verringerten sich nach Firmenangaben im ersten Quartal auf 489 Millionen Euro. Analysten hatten mit 815 Millionen Euro gerechnet. Der Handelsgewinn lag mit 251 Millionen Euro ebenfalls über den Erwartungen der Experten. Die robusten Verkäufe in Märkten wie Brasilien hätten zu dem Ergebnis beigetragen, teilte der Konzern mit. Fiat-Aktien weiteten nach Vorlage der Zahlen ihre Kursgewinne auf mehr als vier Prozent aus. Der Autobauer hatte Anfang des Jahres die Industriesparte Fiat Industrial abgespalten und getrennt an der Börse gelistet.

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