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Hotelplan versucht auf Swiss zu verzichten

Die Einführung einer neuen Ticket-Gebühr erzürnt die Reisebüros. Nun sollen die Buchungen bei der Swiss im September um 40 Prozent eingebrochen sein.

Die Lufthansa-Gruppe hat trotz Protesten der Reiseverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Anfang September eine neue Gebühr für Tickets eingeführte: Maschinen der Airline am Flughafen in Frankfurt. (9. September 2015)
Die Lufthansa-Gruppe hat trotz Protesten der Reiseverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Anfang September eine neue Gebühr für Tickets eingeführte: Maschinen der Airline am Flughafen in Frankfurt. (9. September 2015)
Frank Rumpenhorst, Keystone
Das Reisebüro Hotelplan hat nun seine Mitarbeiter angewiesen, auf Buchungen bei der Swiss zu verzichten: Eine Filiale des Reiseanbieters in Zürich-Oerlikon. (10. Mai 2010)
Das Reisebüro Hotelplan hat nun seine Mitarbeiter angewiesen, auf Buchungen bei der Swiss zu verzichten: Eine Filiale des Reiseanbieters in Zürich-Oerlikon. (10. Mai 2010)
Martin Ruetschi, Keystone
Dies soll bereits ein Rückgang bei den Buchungen bei der Swiss zur Folge gehabt haben: Ein Airbus A330 der Airline landet in Zürich. (24.Juli 2014).
Dies soll bereits ein Rückgang bei den Buchungen bei der Swiss zur Folge gehabt haben: Ein Airbus A330 der Airline landet in Zürich. (24.Juli 2014).
Christian Beutler, Keystone
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Hotelplan hat sein Verkaufspersonal angewiesen, soweit wie möglich auf Buchungen von Swiss-Flügen zu verzichten. Das Schweizer Reiseunternehmen reagiert damit auf eine neue Gebühr, welche Swiss und Lufthansa seit Anfang September erheben.

Hotelplan bestätigt am Mittwoch eine entsprechende Meldung der «Handelszeitung». Marcel Herter, Direktor von Hotelplan Suisse, sagte, dass man das Vorgehen der Lufthansa-Gruppe als Diskriminierung des Reisebüro-Vertriebskanals betrachte und daher die Mitarbeitenden ermuntere, auf andere Airlines auszuweichen.

Markanter Buchungsrückgang?

Dieses sogenannte Shifting hat laut «Handelszeitung» bereits Folgen. So sollen gemäss dem Marktforschungsportal Tnooz.com die Buchungen von Swiss und der Muttergesellschaft Lufthansa über die betroffenen Systeme der Reisebüros im September um über 40 Prozent gefallen sein.

Die Fluggesellschaft widerspricht diesen Angaben indes. «Generell sehen wir keinen Buchungsrückgang seit der Einführung der neuen Gebühr», schreibt die Swiss auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das gelte auch für den Konzern: Momentan gebe es keine spezifische Veränderung der allgemeinen Buchungssituation innerhalb der Lufthansa Gruppe.

Proteste gegen neue Ticket-Gebühr

Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Swiss gehört, hat trotz Protesten der Reiseverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Anfang September eine neue Gebühr für Tickets eingeführt, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden. Die Swiss hatte die neue Gebühr damit begründet, dass für Buchungen via GDS höhere Kosten anfielen.

Die Reisebüros sehen darin eine Benachteiligung. Denn Lufthansa erhebt keine separate Gebühr, wenn Kunden direkt bei der Fluggesellschaft buchen. Der Schweizer Reise-Verband (SRV) hat in der Causa auch die Eidg. Wettbewerbskommission angerufen.

SDA/dia

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