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Wer hohe Beträge bar bezahlt, wird künftig registriert

Zahlt ein Kunde bar über 100'000 Franken, muss er identifiziert werden. Die Regeln dazu waren bis zuletzt heftig umkämpft, auch wegen der Finanzministerin.

Hat gestern einen Sieg davongetragen: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Foto: Peter Schneider (Keystone)
Hat gestern einen Sieg davongetragen: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Foto: Peter Schneider (Keystone)

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat gestern einen Sieg davongetragen. Das Parlament folgte ihr beim Vorschlag, dass in der Schweiz Bargeld bei einem Kauf im Wert von über 100'000 Franken nicht mehr anonym eingesetzt werden kann. Es beschloss eine Wahlmöglichkeit: Entweder muss die Transaktion über eine Bank erfolgen mit der Feststellung des wahren Berechtigten des Geldes. Oder der Händler selber, ob Schmuckhändler, Galerist, Vieh- oder Autoverkäufer, muss den Kunden gemäss den Sorgfaltspflichten des Geldwäschereigesetzes identifizieren und dokumentieren. Bei Verdacht muss er Meldung erstatten. Eine Revisionsstelle wird ihn jährlich prüfen. Auf diese Lösung einigte sich gestern die Konferenz der Stände- und Nationalräte. Sie muss heute noch bestätigt werden. Das gilt als Formsache. Die Regeln aber waren im Nationalrat bis zuletzt sehr umstritten. Die Linke kritisierte sie als «Bürokratiemonster» und empfahl nur ein Bargeldverbot bei einem Betrag von über 100'000 Franken. Die SVP wollte gar keine Limite. Und die grossen Parteien dazwischen, die FDP und die CVP wünschten sich eine minimale Lösung, die gerade noch der internationalen Geldwäschereinorm Gafi entsprochen hätte. So hätte die Schweiz bei der Bargeldkontrolle nur Branchen wie den Immobilien-, Edelmetall- und Edelsteinhandel berücksichtigen müssen.

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