«Schweizer Notenbank erschafft aus dem Nichts 50 Milliarden Profit»

Mega-Gewinn, lüpfige Kommentare: Wie «Financial Times» & Co. das üppige SNB-Resultat beschreiben.

Der gewaltige Gewinn der Schweizer Nationalbank war auch in ausländischen Medien ein grosses Thema: Website des «Wall Street Journal».

Der gewaltige Gewinn der Schweizer Nationalbank war auch in ausländischen Medien ein grosses Thema: Website des «Wall Street Journal».

Caroline Freigang@c_freigang

54 Milliarden Franken. Mit diesem stolzen Gewinn rechnet die Schweizerische Nationalbank für das abgelaufene Jahr 2017. Diese Summe übertrifft den bisherigen Rekordgewinn von 38,3 Milliarden Franken aus dem Jahr 2014. Der erstarkte Euro und das Börsenhoch haben der Notenbank zu diesem neuen Rekord verholfen.

Nicht nur in der Schweiz hat der gigantische Gewinn für Augenreiben gesorgt. Das renommierte «Wall Street Journal» nennt es eine «atemberaubende Summe», die acht Prozent des Schweizer BIP entspreche. «Der Profit ist grösser als das, was Apple in einem Jahr verdient», heisst es weiter. Apple dürfte Schätzungen zufolge 2017 einen Gewinn von 48 Milliarden Dollar erzielen (rund 47 Milliarden Franken).

«Nur 800 Mitarbeiter»

Der Gewinn der SNB setzt sich zu einem grossen Teil aus Titeln von eben dieser Firma zusammen: An Apple hält die SNB Aktien im Wert von rund 3 Milliarden Dollar. Weitere Anteile halten die Währungshüter an Google, Microsoft, Facebook und Amazon.

Das «Wall Street Journal» weist beim Vergleich der Gewinne der SNB und Apple darauf hin, dass Konzerne wie Apple gigantische, globale Unternehmen seien, während für die SNB gerade mal 800 Personen arbeiteten. Ebenfalls zu reden gibt der Lohn von Thomas Jordan: Mit einem Gehalt von rund einer Million Franken im Jahr ist er einer der bestbezahlten Notenbankchefs der Welt.

«50 Milliarden aus dem Nichts»

Die «Financial Times» nennt den SNB-Gewinn eine «Leistung, die viele ambitionierte Hedgefonds-Manager beschämen würde». Die deutsche «Welt» titelt: «Schweizer Notenbank erschafft aus dem Nichts 50 Milliarden Euro Profit».

Die Zeitung erklärt lapidar das Vorgehen der Notenbank: «Sie liessen einfach ihre Notenpresse rotieren, tauschten die geschaffenen Franken an den Devisenmärkten in Euro und Dollar um und kauften im grossen Stil US-Aktien an der Wallstreet», so die Zeitung. «Aus selbst kreiertem Geld, sogenanntem Fiat Money, wurden so wahre Werte.»

Auf sozialen Medien werden derweil erste Vorschläge gemacht, was die SNB mit dem Geld anstellen soll:

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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