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Galenica-Chef Jornod: «Zum Erfolg zählt auch eine Portion Glück» Von Alexa Clemenz Berger, SDA Interview

Nach 15 Jahren als Konzernchef und Verwaltungsratspräsident gibt Etienne Jornod die operative Führung des Berner Pharma- und Apothekenkonzerns Galenica ab.

Seinen Nachfolger David Ebsworth bezeichnet Jornod als seinen Wunschkandidaten für den Posten. SDA: Herr Jornod, seit 15 Jahren führen Sie Galenica erfolgreich. Gewinn und Umsatz sind trotz Wirtschaftskrisen kontinuierlich gestiegen. Was ist Ihr Erfolgsrezept? Jornod: Wir haben eine gute Strategie, die langfristig ausgerichtet ist und die wir systematisch und konsequent umsetzen. Ein zweites zentrales Element sind unsere hervorragenden Teams auf allen Stufen. Und schliesslich gehört auch eine Portion Glück dazu, ohne die wir nie erreicht hätten, was sonst niemandem gelungen ist: zum 15. Mal in der Folge ein Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich. SDA: Heute wurde mit David Ebsworth ihr Nachfolger als CEO bekannt gegeben. Wird Ebsworth in Ihre äusserst erfolgreichen Stapfen treten können oder muss er zwangsläufig scheitern? Jornod: David Ebsworth ist äusserst kompetent und erfahren. Er ist der Beste, den ich mir je hätte wünschen können. Seit eineinhalb Jahren arbeiten wir jetzt zusammen, und zwar - und das sind seine Worte - in einer Art «Symbiose». Wir ergänzen uns hervorragend. Wie ich wird auch er die erwähnte Portion Glück brauchen. Ebsworth ist seit Herbst 2009 CEO unserer Tochter Vifor Pharma und kennt die Pharmabranche hervorragend. Die nächsten neun Monate wird er auch dafür einsetzen, unser Schweizer Geschäft sowie den Heimmarkt besser kennenzulernen und das Budget für 2012 vorzubereiten. Am 1. Januar 2012 wird er dann seine neue Aufgabe übernehmen. Bis dahin werden keine wichtigen Entscheide getroffen, ohne dass auch er zustimmt. SDA: Herr Jornod, Sie haben Ihre neue Rolle als die «eines exekutiven Verwaltungsratspräsidenten» bezeichnet. Wird der neue CEO nur ein Juniorpartner sein? Jornod: Die künftige Aufteilung von Verantwortung und Aufgaben sind im Geschäftsbericht detailliert beschrieben. Als exekutiver Verwaltungsratspräsident werde ich weiterhin für die Führung des Verwaltungsrats, die strategische Weiterentwicklung der Gruppe, Allianzen und Akquisitionen sowie die Positionierung der Gruppe hinsichtlich Kommunikation und Stakeholder-Beziehungen verantwortlich bleiben. Ebenfalls werde ich sehr eng in die Umsetzung der wichtigsten strategischen Projekte eingebunden sein. Ich werde auch die Gesamtverantwortung für die Unternehmenskultur der Gruppe tragen. David Ebsworth wird als CEO die operative Führung der Gruppe übernehmen. Das heisst, er wird die Gruppe in allen Geschäftsbereichen operativ führen, die Budgetverantwortung und die Kontrolle der Budgeteinhaltung wahrnehmen sowie die Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Behörden weiterentwickeln. Er wird die Generaldirektion leiten und dabei in enger Zusammenarbeit mit mir die wichtigsten Entscheidungen abstimmen. Ebsworth wird direkt an mich rapportieren. Übrigens wird er auch weiterhin die Funktion des CEO von Vifor Pharma ausüben. SDA: Was zeichnet den neuen Konzernchef besonders aus? Jornod: Kurz zusammengefasst haben wir vor allem folgende Qualitäten gesucht: Der neue CEO verfügt über internationale Erfahrung auf hoher Führungsebene, und zwar sowohl in kleinen als auch in grossen Organisationen. Er zeichnet sich mit menschlichen Qualitäten erster Güte aus und er ist ein Unternehmer und ein Umsetzer. SDA: War die Suche nach einem neuen CEO schwierig? Jornod: Der Rekrutierungsprozess verlief wie geplant. Gleichzeitig zur Evaluation möglicher interner Kandidaten haben wir auch auf internationaler Ebene gesucht. Schliesslich sind aus den Assessments zehn hervorragende Kandidaten evaluiert worden, und mit drei von ihnen hat der Entlöhnungs- und Nominationsausschuss des Verwaltungsrats Gespräche geführt. Ich habe meinen Wunschkandidaten vorgeschlagen, und der Verwaltungsrat hat meiner Wahl zugestimmt. SDA: Welchen Herausforderungen muss sich Galenica derzeit und in Zukunft stellen? Jornod: Wir müssen unsere Pläne umsetzen. Vor allem auf internationaler Ebene mit der Lancierung von Ferinject (Medikament gegen Eisenmangel) und der neuen gemeinsamen Firma mit der deutschen Fresenius Medical Care. In der Schweiz wird es darum gehen, die richtigen Mittel zu finden, damit wir trotz massiver Senkungen bei den Medikamentenpreisen und -margen auch künftig bestehen können. Der Bundesrat hat in den letzten Jahren massivste Massnahmen ergriffen. Entsprechend wirken sich jetzt die Folgen auf alle Apotheker und Ärzte aus. Das ist eine gewaltige Herausforderung für die ganze Branche, auch für uns. Notiz an die Redaktion: Hinweis: Das Interview mit Etienne Jornod wurde schriftlich geführt.

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