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Frankreichs Regierung verärgert über Renault-Blamage

Paris Die französische Regierung hat verärgert auf die überraschende Wende in der vermeintlichen Spionageaffäre beim Autobauer Renault reagiert.

Die Entschuldigung des Konzernchefs Carlos Ghosn, der unter falscher Annahme drei Manager gefeuert hatte, seien noch nicht das Ende der Geschichte. Dies sagte Industrieminister Eric Besson am Dienstag dem Sender RTL. «Es wird eine Untersuchung durch einen externen Experten geben, um die Verantwortlichkeiten exakt zu bestimmen», fügte Besson hinzu. Renault ist nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft vermutlich auf einen Betrüger aus der eigenen Sicherheitsabteilung hereingefallen. Dieser hatte dem Unternehmen versichert, dass ranghohe Mitarbeiter strategische Information über die Entwicklung der Elektroautos an die chinesische Konkurrenz weitergebe. Für die Informationen, die sich später als falsch herausstellten, hat Renault nach Angaben des Staatsanwalts mehr als 300'000 Euro bezahlt. Im Januar waren drei Mitarbeiter überraschend entlassen worden. Regierungssprecher François Baroin zeigte sich überrascht, dass Renault dem Betrüger auf dem Leim gegangen sei. «Ich finde es ungewöhnlich, dass sich ein so grosses Unternehmen so dilettantisch verhält und sich in eine Geheimagenten-Affäre unterster Schiene verwicklen lässt», sagte er dem Sender LCI. «Das kann nicht folgenlos bleiben», betonte er. Oppositionschefin Martine Aubry forderte Ghosn indirekt zum Rücktritt auf und machte sich darüber lustig, dass er bei einem Jahreseinkommen von 9,2 Millionen Euro auf den Bonus in Höhe von 1,6 Millionen Euro verzichten wolle. «Wenn er seinen Bonus verzichtet, wird er kaum am Hungertuch nagen», sagte sie dem Sender France Info. Unterdessen ermittelt die Justiz gegen den Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung, der die Affäre ins Rollen gebracht hatte. Er war am Wochenende festgenommen worden, als er in die Elfenbeinküste ausreisen wollte. Die Entwicklung des Elektroautos gilt als wichtigstes Projekt des Unternehmens. Derzeit sind mehr als 100 Patente angemeldet.

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