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Erstmals in der Luft – Pilatus PC-24 hob in Stans ab

Bilder des Starts, Video der Landung: In der Zentralschweiz wurde heute Schweizer Luftfahrtgeschichte geschrieben.

Jungfernflug erfolgreich absolviert: Der PC-24 landet auf dem Flughafen Stans/Buochs (Video: TA).

Heute ist ein Stück Luftfahrtgeschichte geschrieben worden: Der neue Business-Jet PC-24 ist auf dem Flugplatz Stans/Buochs um 10 Uhr erstmals abgehoben und nach einer Stunde wieder sicher gelandet. Es ist das erste Düsenflugzeug aus Schweizer Produktion seit einem halben Jahrhundert.

Bei sonnigem, leicht dunstigem Wetter drehte der 17 Meter lange Jet aus den Pilatus-Werken während etwa einer Stunde einige Runden über der Zentralschweiz. Dutzende Hobbyfotografen und Aviatik-Fans sind auf dem Gelände unterwegs, zudem ist die Pilatus-Belegschaft am Pistenrand versammelt.

Der Flug sei exakt nach Testplan verlaufen und es zeigten sich keine Probleme, teilte die Pilatus Flugzeugwerke AG am Montag mit. Der zweimotorige Business-Jet hob nach nur knapp 600 Metern von der Startbahn ab und stieg in rund drei Minuten auf rund 3000 Meter. Der Erstflug führte über den Grossraum Zentralschweiz - von Altdorf über Engelberg bis hin zum Brünig.

Der PC-24 wurde während des gesamten Flugs von einem PC-21 begleitet und überwacht. Wie bei Erstflügen üblich, sei das Fahrwerk des PC-24 noch nicht eingefahren worden, heisst es weiter.

Gegen 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pilatus verfolgten mit zahlreichen Schaulustigen den Jungfernflug des PC-24. So auch Pilatus-Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk, der diesen Moment laut Mitteilung als «Meilenstein von Pilatus und der Schweizer Luftfahrtindustrie» bezeichnete.

Bereits vor zwei Jahren wurde der PC-24 an der Genfer Luftfahrtsmesse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Letzen August folgte dann der offizielle Rollout. Dabei wurde auch auf den Erstflug im Frühling 2015 verwiesen. Das genaue Datum wurde aber bis heute geheim gehalten.

Insgesamt werden drei PC-24-Prototypen gebaut, mit welchen in den kommenden zwei Jahren ein rund 2300 Stunden umfassendes Testprogramm geflogen werden wird. Weniger als die Hälfte der Stunden werden dabei in der Schweiz absolviert, der Rest erfolgt im Ausland.

Historischer Moment für die Schweizer Luftfahrt: Der neue Jet PC-24 der Pilatus-Flugzeugwerke startet vom Flugplatz in Buochs NW. (11. Mai 2015)
Historischer Moment für die Schweizer Luftfahrt: Der neue Jet PC-24 der Pilatus-Flugzeugwerke startet vom Flugplatz in Buochs NW. (11. Mai 2015)
Urs Flüeler, Keystone
Jungfernflug: Der Jet hebt um 10 Uhr ab. (11. Mai 2015)
Jungfernflug: Der Jet hebt um 10 Uhr ab. (11. Mai 2015)
Urs Flüeler, Keystone
Pompöses Rollout am Nationalfeiertag: Pilatus stellt den PC-24 in Buochs vor. (1. August 2014)
Pompöses Rollout am Nationalfeiertag: Pilatus stellt den PC-24 in Buochs vor. (1. August 2014)
Urs Flüeler, Keystone
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Der zweistrahlige PC-24 ist das erste Düsenflugzeug der Stanser Flugzeugwerke. Diese hatten sich bisher auf Propellermaschinen spezialisiert. Das 17 Meter lange Geschäftsflugzeug mit grossem Frachttor soll auch auf kurzen Sand- und Schotterpisten von gut 800 Metern Länge landen und starten können.

Die Maschine bietet je nach Ausbau bis zu zehn Personen Platz und hat eine Reichweite von 3600 Kilometern. Der Listenpreis für eine Maschine beträgt für die ersten Kunden rund 8,9 Millionen US-Dollar.

Die Entwicklungskosten für das neue Flugzeug liegen bei 500 Millionen Franken. Die Maschinen werden gemäss Pilatus vorerst komplett in Stans fabriziert. Die Zertifizierung und Ablieferungen der ersten Serienflugzeuge an Kunden sind ab 2017 vorgesehen.

Zu den 84 Erstkunden des PC-24 zählen neben dem Schweizer Bundesrat vor allem Flugzeugverleiher und Chartergesellschaften aus mehreren Ländern. Einen Flieger bestellt haben aber auch die Royal Flying Doctor Service of Australia, die US-amerikanische Umzugsfirma U-Haul und Nestlé-Präsident Peter Brabeck.

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