Zum Hauptinhalt springen

Die Quelle der Luanda Leaks outet sich

Er deckte schon die Football Leaks auf und die Affäre um den Schweizer Bundesanwalt Lauber. Nun steigt Rui Pinto in die Topliga der Whistleblower auf.

Sylvain Besson
In Lissabon in Haft: Der Portugiese Rui Pinto, 31. Foto: Youtube
In Lissabon in Haft: Der Portugiese Rui Pinto, 31. Foto: Youtube

Das Rätsel um den Ursprung des Luanda Leaks ist gelöst. Der 31-jährige Portugiese Rui Pinto enthüllte am Montag, er sei der Whistleblower, der etwa 715'000 Dokumente über heikle Geschäfte in Angola der Presse übergeben hatte. Pinto ist derzeit in Lissabon wegen Hacking inhaftiert. (Lesen Sie hier ein Portät des bekannten Whistleblowers.)

Unter dem Stichwort Luanda Leaks veröffentlichten zahlreiche Medien weltweit, darunter auch diese Zeitung, Einzelheiten über die Geschäfte von Isabel Dos Santos, Tochter des ehemaligen angolanischen Präsidenten. Die Dokumente zeigten, wie sie dank staatlicher Gelder ein immenses Vermögen anhäufte.

Pinto erhielt keine Gegenleistung

Die Dokumente für die Recherche kamen von der französischen Plattform zum Schutz von Whistleblower in Afrika kurz PPLAAF. Jetzt schreiben die Anwälte von Rui Pinto in einer Medienmitteilung: «Herr Rui Pinto war verantwortlich dafür, dass die Plattform PPLAAF Ende 2018 eine Festplatte erhielt. Darauf waren allen Daten, die am Ursprung der Enthüllungen über die Vermögen von Isabel Dos Santos lagen.»

Ihr Klient sei der Auffassung, dass er damit seine Bürgerpflichten erfülle, erklären die Anwälte weiter. Sie betonen auch, dass Pinto von den Journalisten keine Gegenleistungen erhalten habe.

Die Luanda Leaks haben in der vergangenen Woche für Auswirkungen rund um die Welt gesorgt. In Portugal hat die Justiz nach den Enthüllungen ein Verfahren eröffnet. Zahlreiche Banken haben sich von der Ex-Präsidententochter distanziert. Dos Santos sagt, die Anschuldigungen seien falsch.

Auslöser der Schweizer Lauber-Affäre

Pinto ist beschuldigt wegen Hacking und sogar wegen versuchter Erpressung. In dem laufenden Verfahren geht es aber nicht in erster Linie um Dokumente aus Angola, sondern um die so genannten Football Leaks. Pinto hat laut der Anklage diese Daten gehackt und sie danach dem Deutschen Magazin «Der Spiegel» übergeben. Auch die Football Leaks sorgten für zahlreiche Internationale Skandale. In der Schweiz kamen dank den Enthüllungen informelle Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit der Fifa-Spitze ans Licht. Lauber wurde letzten Herbst deswegen beinahe abgewählt.

Mit dem Bekenntnis zu den Luanda Leaks und den Football Leaks gehört der junge Portugiese nun zur Gruppe der einflussreichsten Whistleblower wie Edward Snowden, Julian Assange, Hervé Falciani und Antoine Deltour. Sie alle wurden von der Justiz verfolgt, und teils auch verurteilt. Pintos Prozess steht noch bevor.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch