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Deutsche Wirtschaft verliert deutlich an Fahrt

Wiesbaden Die Dynamik der deutschen Wirtschaft hat sich nach dem fulminanten Jahresstart überraschend deutlich abgeschwächt.

Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Vergleich zum Auftaktquartal 2011 nur noch um 0,1 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt ein Plus der Wirtschaftsleistung von 0,5 Prozent erwartet. Das Wachstum zu Jahresbeginn wurde leicht von 1,5 auf 1,3 Prozent nach unten korrigiert. Der Euro schwächte sich nach Bekanntgabe der Daten ab, zum Franken fiel er von knapp 1,13 zeitweise unter 1,12 Franken. Als Gründe für die nachlassende Dynamik des wichtigsten Schweizer Handelspartners gelten die Staatsschuldenkrise im Euroraum und die schwächelnde US-Konjunktur. Rezessionsängste halten Experten aber für unbegründet. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal legte die Wirtschaftsleistung damit preisbereinigt um 2,8 Prozent zu. Zu Jahresbeginn waren es allerdings noch 5,0 Prozent. Positive Impulse kamen im zweiten Quartal von den Exporten und den Investitionen. Da die Importe aber stärker zunahmen als die Ausfuhren, wirkte sich der Aussenbeitrag insgesamt negativ auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Auch die Konsumausgaben und die Bauausgaben bremsten die zuletzt so schwungvolle Konjunktur in Deutschland. Obwohl die Angst vor einem Rückfall in die Rezession zuletzt Turbulenzen an den Finanzmärkten in aller Welt verursachte, rechnen Ökonomen in den kommenden Monaten mit einer robusten Entwicklung in Deutschland. Zusätzliche Sparmassnahmen etwa in Frankreich und Italien dürften die wichtige deutsche Exportwirtschaft und damit die Konjunktur insgesamt aber belasten. Nach dem tiefen Einbruch um 4,7 Prozent im Krisenjahr 2009 war die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gewachsen. Dank des fulminanten Jahresauftakts hat die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 bereits wieder überschritten.

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