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«Der ‹Davos-Man› war zu gierig»

Sanft im Auftritt, hart im Ton: Philip Jennings, Chef des weltweiten Gewerkschaftsbundes UNI Global, fordert, dass die Gewinne aus der Globalisierung gerechter verteilt werden.

Donald Trump wird neuer ­US-Präsident. Populistische Parteien haben in vielen Ländern in Europa Erfolge ­erzielt. Tragen die Gewerkschaften hier eine Mitschuld?

Sondern?

Wann merkten Sie, dass sich da was zusammenbraut?

Die rechtspopulistischen Par­teien und auch Donald Trump ­haben diese Ängste erfolgreicher aufgenommen als die ­Gewerkschaften.

Immer mehr Leute vertrauen den Rezepten von Rechtspopulisten und nicht mehr jenen der Sozialdemokraten, die den Gewerkschaften nahestehen.

Viele Ökonomen sind jedoch der Ansicht, dass die Arbeitsmärkte flexibler werden müssen, wenn das weltweite Wachstum ­steigen soll.

Ein grosses Thema am WEF ist die Digitalisierung. Welche Folgen wird diese für die Arbeit der Gewerkschaften haben?

Ein Problem der Gewerkschaften ist, dass in vielen Branchen nur ein kleiner Teil der Arbeitnehmer einer solchen angeschlossen ist. Wie wollen Sie beispielsweise junge Informatiker zu Mitgliedern machen?

Viele Experten sind überzeugt, dass die Berufsbildung der zen­trale Grund für die tiefe Jugendarbeitslosigkeit ist. Doch in vielen Ländern sind die Gewerkschaften diesem System gegenüber kritisch eingestellt.

Trotz dieser Erfolge haben nur wenige Länder ein funktionierendes Lehrlingssystem. Wieso?

Haben Sie konkrete Vorschläge, um die Position der Arbeit­nehmer zu verbessern?

Nationalbanker sprechen davon, dass es in den Euro-Südländern strukturelle Reformen brauche. Damit meinen sie zum Beispiel eine Lockerung des Kündigungsschutzes.

Viele Ökonomen vertreten indes die Meinung, dass ein weit­gehender Kündigungsschutz zur Folge hat, dass viele Unternehmen keine neuen Mitarbeiter fest anstellen.

Was ist dort geschehen?

Welche Forderung an die Unternehmen leiten Sie hieraus ab?