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Clariant schrumpft sich schön

Nach unruhigen Zeiten stösst Clariant auch die Division Masterbatches ab. Aktionäre sollen mit einer Bar-Dividende bei Laune gehalten werden.

Holger Alich
Clariant will sich nun auf seine profitablen Kerngeschäfte Care Chemicals, Catalysis und Natural Resources konzentrieren:  CEO Hariolf Kottmann. Foto: Walter Bieri (Keystone)
Clariant will sich nun auf seine profitablen Kerngeschäfte Care Chemicals, Catalysis und Natural Resources konzentrieren: CEO Hariolf Kottmann. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Clariant hat für den bereits im Sommer in Aussicht gestellten Verkauf der Division Masterbatches einen Abnehmer gefunden. Die Aktionäre sollen davon über eine Sonderausschüttung profitieren.

Das gesamte Geschäft mit Masterbatches, also mit Farbgranulaten, gehe an die amerikanische PolyOne, erklärte Clariant. Beim Verkauf wird die Division mit 1,56 Milliarden Dollar bewertet. «Der Verkaufspreis liegt leicht über unseren Erwartungen», kommentierten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Sie hatten nur mit 1,4 Milliarden Dollar gerechnet.

Clariant hat unruhige Zeiten hinter sich und versucht nun, mit dem Verkauf wenig rentabler Geschäfte die Profitabilität zu erhöhen. Nach dem geplatzten Zusammenschluss mit US-Wettbewerber Huntsman stieg der arabische Chemiekonzern Sabic bei Clariant ein. Von Sabic sollte Clariant das Spezialitätengeschäft übernehmen. In diesem Kontext wurde beschlossen, dass Clariant sein Masterbatches-Geschäft verkauft. Doch auch die Übernahme der Spezialitätenchemie von Sabic platzte, dennoch hielt Clariant an den Verkaufsplänen für die Masterbatches fest.

«Wichtiger Meilenstein»

Denn Clariant will sich nun auf seine profitablen Kerngeschäfte Care Chemicals, Catalysis und Natural Resources konzentrieren. Im Oktober trennte sich das Unternehmen daher bereits vom Bereich Healthcare Packaging. Mit den Masterbatches wird Clariant nun den grössten Brocken los. Insgesamt gibt Clariant durch die Verkäufe rund ein Drittel seines Umsatzes ab.

«Diese Ankündigung ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg der Fokussierung auf Geschäfte mit überdurchschnittlichem Wachstum, höherer Profitabilität und stärkerer Cash-Generierung», erklärte Verwaltungsratspräsident und Interimschef Hariolf Kottmann.

Ausschüttung geplant

Als nächstes soll das Pigmentgeschäft verkauft werden. Kottmann zeigte sich zuversichtlich, dass dies noch im Verlauf des kommenden Jahres gelingen wird. Der Erlös der Verkäufe soll in das Kerngeschäft und die Stärkung der Bilanz investiert werden, auch die Aktionäre sollen profitieren.

So beantragt Clariant der ordentlichen Generalversammlung vom kommenden März aufgrund des Masterbatches-Verkaufs und wegen der bevorstehenden Veräusserung des Pigmentgeschäfts die Ausschüttung einer ausserordentlichen Bar-Dividende von 3 Franken je Aktie. Falls die Aktionäre dem zustimmen, ergäbe sich damit nach dem Abschluss des Verkaufs eine Sonderausschüttung von insgesamt rund 1 Milliarde Franken.

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