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Brasilien knöpft sich auch Bauchefs im Petrobras-Skandal vor

Bestechung und Geldwäscherei: Die brasilianische Justiz ermittelt gegen 22 Personen in der Korruptionsaffäre um den Ölkonzern.

Will in der Schmiergeldaffäre aufräumen: Justizminister Jose Eduardo Cardozo. (15. Juli 2015)
Will in der Schmiergeldaffäre aufräumen: Justizminister Jose Eduardo Cardozo. (15. Juli 2015)
Eraldo Peres, Keystone

Die Korruptionsaffäre um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras zieht immer weitere Kreise. Jetzt müssen sich auch die Chefs der beiden grössten Baukonzerne des Landes vor Gericht verantworten.

Angeklagt wurden die Chefs der Baufirmen Odebrecht und Andrade Gutierrez, Marcelo Odebrecht und Otávio Azevedo, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Für den Verdacht auf Korruption und Geldwäscherei gebe es «zahlreiche Beweise», erklärte der Staatsanwalt Deltan Dallagnol. Insgesamt seien am Freitag 22 Anklagen erhoben worden.

Lange Haftstrafen

Im Petrobras-Skandal waren am Montag erstmals Manager einer an den Schmiergeldzahlungen beteiligten Baufirma zu Haftstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Chef des Baukonzerns Camargo Corrêa, Dalton Avancini, und sein Stellvertreter Eduardo Leite, wurden zu 15 Jahren und zehn Monaten Haft wegen aktiver Bestechung und bandenmässiger Geldwäscherei verurteilt.

Von 2004 bis 2014 sollen mehr als zwei Dutzend Firmen, zumeist grosse Baukonzerne, Schmiergelder an Petrobras gezahlt haben, um an lukrative Aufträge zu kommen. Petrobras zahlte ebenfalls Bestechungsgeld, unter anderem an Politiker.

Rousseff will nichts gewusst haben

Die regierende Arbeiterpartei soll bis zu 200 Millionen Dollar an Schmiergeldern von dem Staatskonzern erhalten haben. Insgesamt geht es in der Affäre um rund vier Milliarden Dollar.

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff stand von 2003 bis 2010 selbst dem Petrobras-Verwaltungsrat vor. Sie versichert aber, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben. In dem Korruptionsskandal werden neben Unternehmern auch 13 Senatoren und 22 Abgeordnete verdächtigt. Der ehemalige Schatzmeister der Arbeiterpartei, João Vaccari Neto, sitzt im Zusammenhang mit der Affäre in Untersuchungshaft.

SDA/dia

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