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Argentinien zieht gegen Umschuldungsverweigerer vor US-Gericht

Buenos Aires/New York Argentinien hat Berufung gegen die Entscheidung eines US-Gerichts eingelegt, zehn Jahre nach seiner Staatspleite einige Investoren trotz Schuldenschnitts doch noch voll auszuzahlen.

Das Wirtschaftsministerium kritisierte die Entscheidung der ersten Instanz als «Angriff auf die Souveränität» Argentiniens und «Ignoranz gegenüber den vom Parlament verabschiedeten Gesetzen». Grundlage von Verhandlungen sollten die Regeln der Umschuldung aus dem Jahr 2010 sein, erklärte es zu dem in der Nacht auf Dienstag eingereichten Antrag. Die Klage der Umschuldungsverweigerer um den Hedgefonds-Manager Paul Singer und seine Investmentfirma NML Capital schürte Sorgen, dass das Land zu einem erneuten Schuldenschnitt gezwungen sein könnte. Auch deshalb unterstützte eine Investorengruppe, die sich an beiden Umschuldungen seit dem Staatsbankrott 2002 beteiligte, die Regierung in Buenos Aires und stellten in den USA einen Eilantrag gegen die Entscheidung von Bundesrichter Thomas Griesa. Dieser hatte Argentinien in der vorigen Woche eine Frist bis 15. Dezember gesetzt, 1,3 Milliarden Dollar an die Kläger zu zahlen. Als Druckmittel hatten diese sogar ein vor Ghana liegendes Marineschulschiff Argentiniens beschlagnahmen lassen. Argentiniens Präsidentin Christina Fernandez hatte die Hedgefonds als «Aasgeier» beschimpft und eine Zahlung verweigert. Sollten die Kläger aber Recht bekommen, könnte dies den mit den meisten Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht von 70 Prozent infrage stellen und auch Schuldenschnitte heutiger Krisenländer wie Griechenland erschweren.

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