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- Devisen Franken gesucht - Katastrophe sorgt für Flucht in sichere Häfen Dollar auf neues Rekordtief abgesunken

Zürich Die Katastrophe in Japan hat Anleger auch am Devisenmarkt in sichere Häfen getrieben und für eine weitere Aufwertung des Frankens gesorgt.

Der Dollar fiel gegenüber dem Franken auf ein neues Allzeittief. Auch der Euro gab nach. Der Dollar durchbrach am Dienstagmittag die Marke von 0,92 Fr. und kostete gegen 14.40 Uhr noch 0,9174 Franken. Zeitweise fiel er bis auf 0,9170 Franken. So billig war der «Greenback» noch nie zu haben. Das bisherige Allzeittief hatte der Dollar Anfang Monat bei 0,9202 Fr. erreicht. Am Vortag hatte der Dollar noch 0,9242 Fr. gekostet. Auch der Euro stand massiv unter Druck. Für die Gemeinschaftswährung wurden noch 1,2778 Fr. bezahlt nach 1,2929 Fr. am Vortag. Zeitweise war der Euro bis auf 1,2736 Fr. gesunken. Damit ist er allerdings noch ein Stück vom Allzeittief von 1,2396 Fr. entfernt, das Ende Januar erreicht wurde. Gegenüber dem Dollar verbilligte sich der Euro auf 1,3934 Dollar nach 1,3988 Dollar am Vortag. Yen steigt Einzig gegenüber dem japanischen Yen notierte der Franken schwächer. 100 Yen stiegen auf 1,1348 Fr. nach 1,1316 Fr. am (gestrigen) Montag. Japanische Anleger zogen nach der Erdbebenkatastrophe ihre Gelder aus internationalen Anlagen ab, was den Yen zeitweise steigen liess. Japanische Versicherungen würden höchstwahrscheinlich einen spürbaren Teil ihrer im Ausland gehaltenen Aktiva zurückführen, um das notwendige Bargeld zur Deckung der katastrophenbedingten Erstattungen zu beschaffen, schrieben die Analysten der Commerzbank in ihrem Marktkommentar. Am frühen Morgen war die US-Währung noch wegen Kapitalrückführungen japanischer Investoren kurz auf ein Vier-Monats- Tief gerutscht. Mit 80,68 Yen notierte der Dollar zeitweise nur noch knapp über dem Rekordtief von 79,70 Yen, das er 1995 nach dem Erdbeben in Kobe erreicht hatte. Danach setzten die Yen-Verkäufe ein. Denn die japanische Notenbank hat zur Verhinderung grösserer konjunktureller Verwerfungen im Sog der Katastrophe den Markt mit Geld geflutet. Der Dollar stieg in der Spitze bis auf über 82 Yen, was aber nicht lange anhielt. Gegen 15 Uhr war der Kurs wieder auf 80,08 Yen. Talfahrt erwartet Mittelfristig sehen Experten deutliche Abwärtsrisiken für den Yen, nicht nur wegen der unkalkulierbaren Folgen eines Super-GAUs. So verweist die Commerzbank auf die Geldpolitik der japanischen Notenbank, die ihre geldpolitischen Zügel wegen der Katastrophe immer weiter lockert. Mittelfristig dürfte dies die Teuerung anheizen und damit den Yen belasten. Darüber hinaus wird sich die Schuldensituation Japans wegen der Krisenbekämpfung wohl weiter verschlechtern. Japan zählt mit einem Schuldenstand von über 200 Prozent der Wirtschaftsleistung bereits jetzt zu den höchst verschuldeten Ländern der Welt.

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