Zum Hauptinhalt springen

- Bankenregeln Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt G20 vor schärferen Regeln

Peking Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die 20 führenden Industrienationen (G20) davor gewarnt, auf ihrem Gipfel in Seoul schärfere Regeln für die Banken zu beschliessen.

Die G20 müssten davon absehen, die Fristen zur Umsetzung der im September in Basel beschlossenen neuen Finanzregeln (»Basel III») vorzuziehen. Auch dürfe es keine zusätzlichen Kapitalanforderungen für die Banken geben, sagte Ackermann in seiner Funktion als Präsident des Internationalen Bankenverbandes IIF am Dienstag in Peking. Ackermann warnte vor negativen Auswirkungen auf die konjunkturelle Erholung nach der Krise und die Schaffung von Arbeitsplätzen. «Es steht viel auf dem Spiel.» Den G20-Führern müssten der Gesamtkosten der Reform der Finanzvorschriften bewusst sein. Die in Basel beschlossenen Regeln seien bereits eine «ziemliche Herausforderung» für die Banken. Der Gipfel in Seoul vom 10. bis 12. November müsse sicherstellen, dass es «international gleiche Wettbewerbsbedingungen» gebe, sagte Ackermann, der sich bei der Eröffnung der IIF-Repräsentanz in Peking äusserte. Es ist das erste Aussenbüro der in Washington ansässigen Interessenvertretung von Banken, die weltweit 420 Mitglieder hat. Der Deutsche Bank-Chef sprach sich dafür aus, das gescheiterte Finanzinstitute in Zukunft auch vom Markt verschwinden sollten. Es könne nicht angehen, dass Banken gerettet werden und nach der Krise mit besseren Büchern dastehen als vorher. «Das ist die falsche Botschaft für das Management.» Verständnis für China Im Streit um die chinesische Währung, die aus amerikanischer Sicht unterbewertet ist, äusserte Ackermann Verständnis für China, das sich nur langsam bewegt. «Wir sollten uns nicht gegenseitig kritisieren.» Die Währungslage sei sehr kompliziert. Um die schwierigen Fragen zu lösen, bedürfe es vor allem internationaler Kooperation. Die USA werfen China vor, sich mit einem billigen Yuan auf dem Weltmarkt Wettbewerbsvorteile zu erschleichen. Der chinesische Staatschef Hu Jintao zeigte sich derweil kompromissbereit. «Wir werden die Flexibilität des Yuan verbessern, so dass wir eine relative Stabilität unserer Währung auf einem vernünftigen und ausgeglichenen Niveau erreichen», sagte Hu der Zeitung «Le Figaro» (Dienstag) kurz vor einem Frankreichbesuch. China habe sich immer für eine Reform des Mechanismus zur Bildung des Yuan- Wechselkurses eingesetzt, fügte er hinzu. Der seit Monaten anhaltende Währungsstreit soll eines der grossen Themen auf dem G20- Gipfel sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch