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Das sagt der GemeindepräsidentLanz fordert kurze Wege durch Amtstuben

Gemeindepräsident Roman Lanz will den Weg der Projekte und Lösungen durch die Amtsstuben so kurz wie möglich gestalten.

Roman Lanz, Gemeindepräsident von Kandergrund
Roman Lanz, Gemeindepräsident von Kandergrund
Foto: Bruno Petroni

Die Worte von Roman Lanz anlässlich der ersten Präsentation der prekären Lage des Munitionsstollens Ende Juni 2018 durch den Bundesrat liessen keine Zweifel offen, dass er es ernst meint: «Wir verlangen die vollständige Beseitigung dieser Gefahr. Wie dies geschieht und wie teuer das wird, ist uns egal.»

Der Kandergrunder Gemeindepräsident stand auch am Dienstagabend bei der neuerlichen Infoveranstaltung durch VBS-Chefin Viola Amherd vor seinen Bürgern, fast wie Arnold Winkelried vor 634 Jahren anlässlich der Schlacht von Sempach vor seinen Eidgenossen. «Ich will bedingungslos das Beste für die Bevölkerung. Nicht zuletzt aus diesem Grund forderte ich anlässlich einer Sitzung im Bundeshaus, dass die nächste Zusammenkunft in Mitholz selber stattzufinden habe, damit die Entscheidungsträger sich die Situation mal mit eigenen Augen vor Ort ansehen.»

Zur am Dienstagabend anlässlich des Informationsabends angekündigten, die nächsten 20 Jahre dauernden Entfernung der 3500 Tonnen gelagerten Sprengstoffs, sagt Lanz: «20 Schulkinder wohnen im betroffenen Perimeter. Das ist fast ein Viertel der Schulkinder der Gemeinde Kandergrund. Dieser Generation nimmt man nun quasi ihre Lebensqualität weg.» Auch werde die finanzielle Abschätzung für die Gemeinde sehr schwer werden, niemand habe auch nur die geringste Ahnung, wie viel in welchen Fällen vom Bund gefordert werden könne und müsse.

Bekenntnis wirkt

Immerhin zeigt sich der Gemeindepräsident erfreut darüber, «dass nach der Verkündung der Hiobsbotschaft am Dienstagabend gar Leute zu mir gekommen sind und sich bedankt haben». Das Bekenntnis von Bundesrätin Viola Amherd habe zudem Signalwirkung gehabt. «Unsere 820-Seelen-Gemeinde konnte eine Message senden, man scheint uns wirklich ernst zu nehmen.»

Roman Lanz fordert bewusst auch die Gründung einer «Lex Mitholz», denn: «Jeder will erst mal helfen, aber dies relativiert sich jeweils rasch wieder. So habe ich kein Verständnis dafür, wenn planerische Zeithorizonte von Schutzbauten wie die Überdeckung der BLS-Bahnlinie auf mehrere Jahren ausgelegt werden.»

Lanz will seine Kontakte ausnützen, damit die Projekte rascher ins Laufen kommen, umständliche Wege abgekürzt werden und zur Umsetzung weniger ‹Basisarbeiten› verrichtet werden müssen. «Denn wenn bis in ein paar Jahren immer noch nichts Sichtbares da steht, wird das Verständnis aus der Bevölkerung rasch verschwinden. Das darf nicht sein.»