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Vom Snowboarder zum Unternehmer«Wenn ich nur im Sport Erfolg habe, dann bin ich nichts»

Eigentlich ist David Hablützel Snowboard-Profi. Nun will er sich ein zweites Standbein aufbauen und vertreibt mit Freunden Socken, die aus Ozean-Plastik bestehen.

David Hablützel geht unter die Unternehmer
Profi-Snowboarder David Hablützel produziert mit Freunden Socken aus Ozean-Plastik. Er hat damit eine zweite Leidenschaft und die Balance gefunden, die er für den Sport braucht.
Video: Keystone-SDA

Bretter sind seine Leidenschaft. Egal ob im Schnee, auf dem Asphalt oder auf den Wellen: David Hablützel fühlt sich wohl, wenn er auf wackligen Füssen steht. Der 24-Jährige ist eigentlich Profi-Snowboarder, springt im Winter in den Freestyle-Disziplinen durch die Lüfte. Als erst 17-Jähriger katapultierte er sich an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi mit einem fünften Platz in die Weltelite, gewann ein olympisches Diplom. Doch er musste jene Saison nach einem Sturz mit Kreuzbandriss abrupt beenden. Es sollte nicht die einzige Verletzung in seiner Karriere bleiben, es folgen Meniskusprobleme, Rückenprellung und Rückenbruch, eine Gehirnerschütterung, Schlüsselbeinbruch. «Am Ende der letzten Saison habe ich mir überlegt, ob ich meine Karriere beenden soll.»

Der Sport soll nicht alles sein in seinem Leben. «Wenn du in der Schweiz sagst, du seist Sportler, dann kommt immer sofort die Frage, ‹und was machst du sonst noch?› Du hast dann selber immer sofort das Gefühl, dass dich alle unter Druck setzen, dass du jetzt richtig gut sein musst. Wenn ich im Sport keinen Erfolg habe, dann bin ich nichts.» Um genau das zu vermeiden, nutzt Hablützel nun die Zeit, um sein mit drei Freunden gegründetes Start-up zu pushen.

Die Natur erhalten – mit Socken aus Ozean-Plastik

Gemeinsam vertreiben die vier Zürcher Socken, Sportsocken, die zu einem Grossteil aus Ozean-Plastik bestehen. Ende letzten Jahres konnten Hablützel und seine Freunde mittels Crowdfunding 22’000 Franken sammeln und so die erste Tranche finanzieren und produzieren. Der Freestyler sagt: «Es bereitet mir viel Freude zu wissen, dass ich jetzt nebenbei einen ‹normalen› Job und gleichzeitig immer noch das Privileg habe, meinen Sport auszuüben.» Dadurch wachse in ihm wieder die innere Freude für den Sport, die so wichtig für ihn sei.

Er glaubt, nun eine neue Leidenschaft für etwas gefunden zu haben, das nichts mit Sport zu tun hat. Und diese möchte der Neu-Unternehmer so lange wie möglich aufrechterhalten, genauso wie eine intakte Natur. «Ich finde, wir nutzen die Natur manchmal aus. So schön, wie sie jetzt ist, soll sie uns jedenfalls erhalten bleiben. Und wenn wir mit unserem Projekt etwas kleines Sinnvolles dazu beitragen können, dann ist das toll.»