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Geschichte der MundartWarum wir so speziell reden

Wissenschaftler haben die Entstehung des Schweizerdeutschen untersucht. Was sie dabei herausgefunden haben.

Raue Bergwelt, raue Sprache? Appenzeller Senn beim Alpsegen im Sommer 2015.
Raue Bergwelt, raue Sprache? Appenzeller Senn beim Alpsegen im Sommer 2015.
Foto: Keystone

Die Geschichte der Mundart ist verblüffend turbulent. Das zeigt der neue Sammelband «Schweizerdeutsch. Sprache und Identität von 1800 bis heute». Das Buch beschäftigt sich mit «Sprachbewusstseinsgeschichte» – also mit den Fragen, wie die Mundart wahrgenommen und zu welchem Zweck sie gepflegt wurde.

Ursprüngliche Mundart

Ab wann können wir vom «Schweizdeutsch» reden? Mündliche Quellen gibt es aus naheliegenden Gründen noch nicht sehr lange, ab 1500 kann man allerdings erstmals eine verschriftlichte, typisch helvetische Eigenart erkennen. Dieses Schweizerdeutsch unterscheidet sich von anderen Formen des Deutschen vor allem durch den fehlenden Diphthong die Schweizer schreiben etwa «sinen Knechte» statt «seine Knechte», aber auch durch anderes Vokabular. So registriert der Gelehrte Konrad Gessner, dass die Schweizer den Urin als «Brünzel» bezeichnen, die Schwaben dagegen als «Bruntz». Auch schrieben die Schweizer «losen» und nicht etwa «horchen».

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