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Entscheid des Obersten GerichtsWahlmänner sind bei US-Wahl an Mandat gebunden

Die bei der US-Präsidentenwahl entscheidenden Wahlmänner dürfen sich nicht frei für einen Kandidaten entscheiden. Das hat der Supreme Court bekannt gegeben.

Ein Mann geht die Stufen des Supreme Court in Washington D.C. hoch.
Ein Mann geht die Stufen des Supreme Court in Washington D.C. hoch.
Foto: Mark Wilson/Getty Images

Dem Obersten Gerichtshof zufolge dürfen sich die bei der US-Präsidentenwahl entscheidenden Wahlmänner und Wahlfrauen nicht frei für einen Kandidaten entscheiden. Die Bundesstaaten dürfen die von ihnen aufgrund des Wahlergebnisses ernannten Wahlmänner an die Entscheidung zugunsten des Kandidaten binden, der in dem Bundesstaat die Wahl gewonnen hatte, wie der Supreme Court am Montag in Washington erklärte. Bei Verstössen dürfen sie die Wahlmänner auch sanktionieren, hiess es weiter.

Hintergrund ist das komplexe US-Wahlsystem: Bei der Präsidentenwahl stimmen Amerikaner über ihren nächsten Staatschef ab, es ist aber keine direkte Wahl. Die Wahlsiegerin oder der Wahlsieger in einem Bundesstaat gewinnt eine bestimmte Anzahl Wahlmänner. Diese von den Bundesstaaten ernannten Personen sind Mitglieder im «Electoral College», das schliesslich den Präsidenten wählt.

Bislang war nicht in allen Bundesstaaten völlig klar gewesen, ob sich die Wahlmänner dabei an das aus der Wahl hervorgehende Mandat ihres Bundesstaats halten müssen und ob sie bei abweichendem Verhalten bestraft werden dürfen.

Hillary Clinton bekam 2016 mehr Stimmen – verlor aber wegen ihrer geringeren Anzahl Wahlmänner.

Weil die Wähler den Präsidenten nicht direkt wählen, hat nicht jede Wählerstimme das gleiche Gewicht. Es ist daher auch möglich, dass ein Kandidat landesweit die meisten Stimmen bekommt, die Wahl aber wegen einer geringeren Anzahl Wahlmänner verliert. So war es zum Beispiel 2016 Hillary Clinton ergangen. Für den Sieg zählt die Mehrheit im «Electoral College» der insgesamt 538 Wahlmänner und Wahlfrauen. Die nächste US-Präsidentenwahl findet am 3. November statt.

In dem Fall vor dem Supreme Court ging es um drei Wahlmänner aus dem Bundesstaat Washington. Sie hatten 2016 nicht für Clinton gestimmt, obwohl sie dort gewonnen hatte. Der Bundesstaat belegte sie daraufhin mit einem Bussgeld, die Wahlmänner zogen dagegen vor Gericht.

SDA

41 Kommentare
    L. Maximilian

    Wozu braucht es dann noch die Wahlmänner? Die Anzahl Stimmen sollen einfach nach dem Majorzprinzip zugeteilt werden (Ausser in Maine und Nebraska wo es nach Wahlbezirk geht)