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«Viele Wissenschaftler streiten sich wie Marktweiber»

Die Wissenschaft gleicht dem Sport: Es geht um Ehre, Geld, Medaillen – und darum, der Erste zu sein. Nicht alle spielen fair.

Virologe Luc Montagnier und sein amerikanischer Kollege Robert Gallo wollten beide die ersten mit einem Durchbruch in der Aids-Forschung sein. Foto: Keystone

Virologe Luc Montagnier und sein amerikanischer Kollege Robert Gallo wollten beide die ersten mit einem Durchbruch in der Aids-Forschung sein. Foto: Keystone

Mathias Plüss@tagi_magi

Zwei Professoren begegnen sich am Eingang ihrer Universität, als dort eine Trauerflagge gehisst wird. «Weisst du, wer von den Kollegen gestorben ist?», fragt der eine. «Keine Ahnung», antwortet der andere. «Mir ist jeder recht.»

Ein Witz, gewiss. Doch er enthält mehr als ein Körnchen Wahrheit. Als Wissenschaftsjournalist erlebe ich immer wieder Szenen, die mich eher an einen Kindergarten erinnern als an eine Hochschule. Da war etwa jener Biologieprofessor, der sich über die «Flöigli» und «Chäferli» lustig machte, die ein rivalisierender Kollege in Höhlen gefunden hatte. «Der ist ja nicht mal Zoologe», schoss der Rivale zurück – in diesen Zirkeln offenbar eine schwere Beleidigung. Und fügte an, er ziehe all seine Zitate aus meinem Artikel unwiderruflich zurück, falls ich den Biologieprofessor darin als «renommiert» bezeichne.

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