Tot aufgefundene Frau war Prostituierte
Die Frau, die am Sonntagmorgen tot bei Stansstad im Vierwaldstättersee aufgefunden worden ist, hat in Luzern als Prostituierte gearbeitet. Sie ist wohl getötet worden.
Wie die Staatsanwaltschaft Nidwalden mitteilte, stammte die 36-jährige Frau aus Bulgarien und war im Kanton Aargau wohnhaft. Nähere Angaben zum Opfer machte die Behörde auf Anfrage nicht.
Die Frau wurde letztmals in der Nacht auf Sonntag auf dem Luzerner Strassenstrich gesehen. Dieser befindet sich in dem am Stadtrand gelegenen Industriequartier Ibach nahe von Emmenbrücke. Arbeitskolleginnen auf dem Strassenstrich meldeten die Frau einer Patrouille der Luzerner Polizei als vermisst, wie Polizeisprecher Simon Kopp auf Anfrage sagte. Die Kolleginnen hätten sich besorgt gezeigt, weil die Bulgarin auf ihrem Handy nicht mehr erreichbar gewesen sei, erklärte Kopp. Die Frau sei von ihren Kolleginnen zuletzt am Sonntag gegen 1.15 Uhr im Gebiet Ibach gesehen worden.
Keine Festnahmen
Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen ist. Dies habe die vom Institut für Rechtsmedizin Zürich durchgeführte Obduktion ergeben, teilte sie mit. Es sei kein Unfall und kein Suizid, sagte Staatsanwältin Erika von Rotz auf Anfrage. Weitere Aussagen dazu, wie und wo das Opfer getötet worden sein könnte, machte sie nicht.
Wer der Täter ist, ist offen. Festnahmen habe es noch keine gegeben, sagte von Rotz. Es werde noch immer gegen Unbekannt ermittelt. Ein Sexualdelikt könne nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden. Zur Klärung der Tat führen die Behörden Einvernahmen und weitere forensische Untersuchungen durch. Der Fundort wird von der Kantonspolizei Nidwalden und der Wasserpolizei Zürich auf Spuren abgesucht. Ferner sucht die Staatsanwaltschaft Zeugen, die Beobachtungen in Ibach oder in Stansstad im Gebiet Harissenbucht-Steinbruch gemacht haben.
Ängste unter den Prostituierten
Die Tat löste unter den im Gebiet Ibach tätigen Prostituierten und ihren Betreuerinnen grosse Betroffenheit und Ängste aus, wie Beraterin Birgitte Snefstrup sagte. «Wir sind sehr schockiert und traurig.» In der Regel bieten gemäss Snefstrup gegen 15 Prostituierte im Gebiet Ibach regelmässig ihre Dienste an. Für Hilfe steht ihnen seit Dezember 2013 mit dem Projekt «hotspot» während mehrerer Tage pro Woche in einem Container eine Beratung zur Verfügung.
Für die Sicherheit würden die Frauen gegenseitig ein Auge aufeinander werfen, sagte Snefstrup. Absolute Sicherheit könne den Sexarbeiterinnen aber niemand garantieren, wenn sie für ihre Arbeit in Autos steigen und wegfahren müssten. Die Polizei sei genügend oft vor Ort, findet Snefstrup. Mehr Polizeipräsenz würde die Freier abschrecken.
SDA
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