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Kolumne von Markus SommTötet Nestlé immer noch Babys?


Der Abstimmungskampf um die Konzernverantwortungsinitiative steht in der Tradition der Selbstkritik, die den Westen immer begleitet hat, als er die Welt eroberte.

Die Übertreibung gehörte auch immer zum christlichen Eifer: Ein Büsser peitscht sich selber aus während der Prozession «Los Picaos» in San Vicente Sonsierra, La Rioja, Spanien (14. April 2006).
Die Übertreibung gehörte auch immer zum christlichen Eifer: Ein Büsser peitscht sich selber aus während der Prozession «Los Picaos» in San Vicente Sonsierra, La Rioja, Spanien (14. April 2006).
Foto: Alvaro Barrientos (Keystone)

Sind wir inzwischen so dekadent wie die Römer und zerstören uns selbst – weil wir nicht mehr wissen, wie gut es uns geht? Wenn ich die Kampagne für die Konzernverantwortungsinitiative beobachte, wo fiktive Opfer unseren Unternehmen fiktive Übeltaten vorwerfen, wo ein Mädchen, dem wir Schweizer nie etwas angetan haben, uns mit traurigen Augen anklagt, dann stellt sich dieser Eindruck ein. Edward Gibbon, ein grosser englischer Historiker, hat seinerzeit den Untergang des Römischen Reiches dem Christentum angelastet. Die brutalen, kriegerischen, aber eben auch erfolgreichen Römer seien sozusagen ideologisch aufgeweicht worden von der Botschaft Christi, wonach wir unsere Gegner lieben sollten – statt sie zu vernichten, was zu diesem Zeitpunkt eher der römische Ansatz gewesen war.

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