Zum Hauptinhalt springen

Der UHC bleibt erstklassigThun ist gerettet – vorerst

Durch den Entscheid des Verbandes, dass die abgebrochene Meisterschaft im Unihockey nicht gewertet wird, steht fest: Die Berner Oberländer dürfen auch nächste Saison in der NLA antreten.

Nur selten konnte der UHC Thun (hier Jakub Mendrek) in dieser Saison  jubeln – und steigt trotzdem nicht ab.
Nur selten konnte der UHC Thun (hier Jakub Mendrek) in dieser Saison jubeln – und steigt trotzdem nicht ab.
Bild: Andreas Blatter

Jetzt herrscht Gewissheit. Und die Verantwortlichen des UHC Thun können einmal tief durchatmen. Nachdem die Unihockeymeisterschaft am 13. März aufgrund des Coronavirus abgebrochen werden musste, ist eine Taskforce von swiss unihockey der Auf- und Abstiegsfrage nachgegangen – und hat dabei verschiedene Entscheide gefällt. «Als Prämisse galt dabei, die grösstmögliche sportliche Fairness zu gewährleisten», heisst es in einer Mitteilung vom Verband.

Die Taskforce hat sich auf folgenden Beschluss geeinigt: «In allen Ligen und Kategorien ohne Auf- oder Abstiegsspiele, in denen per 13. März 2020 ein Absteiger definitiv feststand, wird der Abstieg auch vollzogen. Im Gegenzug steigen die Teams auf, die sich den Aufstieg per dato schon definitiv gesichert haben. In allen Ligen und Kategorien mit Auf- und Abstiegsspielen wird die Saison ohne Auf- und Absteiger abgeschlossen. Dies betrifft unter anderem die NLA und NLB bei den Männern und Frauen.» Und damit betrifft es aus Berner Sicht vor allem den UHC Thun.

Da die Thuner zwar das Playout gegen die Tigers Langnau verloren (1:4), die Auf-/Abstiegsspiele aber gar nicht erst begonnen haben, bleiben sie erstklassig – und profitieren allenfalls sogar vom Meisterschaftsabbruch. Denn für die Berner Oberländer wäre es äusserst schwierig geworden mit dem Ligaerhalt. Das Team von Trainer Hans-Roland Meyer war während der gesamten Qualifikation nie auf Touren gekommen und hatte mehrere Ausfälle zu beklagen. Wie zuletzt Topskorer David Simek, der sich das Kreuzband gerissen hat.

Der Vertrag des Topskorers läuft aus

Klar ist: Die Verantwortlichen müssen in der Sommerpause noch einmal über die Bücher, der Ligaerhalt ist mit Vorsicht zu geniessen. So eine Qualifikation wie diese (22 Spiele, 7 Punkte) macht weder den Spielern noch den Fans Freude. Doch was soll der UHC anderes tun? Die Oberländer setzen auf ihren Nachwuchs und haben wohl den jüngsten Altersdurchschnitt in der NLA – und das ist auch gut so. Aber wie sich gezeigt hat, war der Umbruch im vergangenen Sommer zu einschneidend. Trainerwechsel, Rücktritte von mehreren Führungsspielern – das hat dem Verein zu schaffen gemacht. Deshalb ist es wichtig, dass auf den Umbruch nicht direkt der Abstieg folgt.

Trotzdem: Der neutrale Beobachter hat gemerkt, wie sich die Mannschaft nach Rückschlägen nicht mehr gefangen hat und so Spiel für Spiel verloren ging. Zudem ist momentan unklar, ob Simek auch nach der Sommerpause noch im Kader der Thuner ist – sein Vertrag zumindest läuft aus. Der Tscheche dürfte mit seinen 25 Treffern in der vergangenen Spielzeit ein gefragter Mann auf dem Transfermarkt sein – vorausgesetzt seine Verletzung verheilt gut. Und sollten die Thuner Simek tatsächlich verlieren, müsste unbedingt ein gleichwertiger Ersatz her – und bei ihrem Budget dürfte dies ein schwieriges Unterfangen werden.

Eigentlich ist es noch zu früh, darüber zu spekulieren, und trotzdem drängt sich schon jetzt die Frage auf: Wird der UHC Thun auch nach der nächsten Saison noch erstklassig sein? In dieser Spielzeit wurden die Thuner gerettet, nächste Saison müssen sie sich selbst retten.