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Kommentar zum Attentat Teheran wird den Anschlag rächen

Nach der Tötung des Atomphysikers Mohsen Fakhrizadeh könnte es zum Krieg im Nahen Osten kommen.

Am Freitag erlag der Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh nach einem Autoattentat seinen Verletzungen in einem Spital in Teheran.
Am Freitag erlag der Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh nach einem Autoattentat seinen Verletzungen in einem Spital in Teheran.
Foto: Keystone

Mohsen Fakhrizadeh war im Iran der wichtigste Mann des militärischen Atomprogramms. Ihm verdankt die Islamische Republik, dass sie an der Schwelle zur Nuklearmacht steht. Nun ist er offenkundig bei einem Anschlag getötet worden. Wenn sich die iranischen Angaben als zutreffend erweisen, ist die Bedeutung dieses Attentats kaum zu überschätzen. Im Iran sind eine Reihe von Atomwissenschaftlern umgebracht worden, Fakhrizadehs Tötung aber ist allenfalls mit derjenigen des Revolutionsgarden-Generals Qassem Soleimani zu vergleichen. Der US-Drohnenangriff auf ihn Anfang des Jahres hatte die Region an den Rand eines Krieges gebracht.

Fakten schaffen, bevor Biden regiert

Der Iran zeigt bereits mit dem Finger auf Israel. Beweise gibt es dafür keine, aber es ist bekannt, dass der Mossad den iranischen Oppenheimer ins Visier genommen hatte. Und es ist nicht unplausibel, dass die Gegner des Iran kurz vor dem Machtwechsel in Washington noch versuchen, dem Regime einen entscheidenden Schlag zu versetzen. Sie wollen möglichst verhindern, dass es unter Trumps Nachfolger Joe Biden wieder zu einer Annäherung der USA mit dem Iran kommt und der Druck der Sanktionen vom Regime genommen wird.

Teheran wird diese Attacke nicht ohne Antwort lassen, ganz gleich, ob das Regime die Verantwortlichen ausfindig zu machen vermag oder nicht. Die Revolutionsgarden können vom Libanon, vom Irak, von Syrien oder dem Jemen aus losschlagen gegen US-Ziele, US-Verbündete oder direkt gegen Israel. Wieder ist das Risiko gross, dass daraus ein neuer Krieg im Nahen Osten entbrennt.

26 Kommentare
    Tim Meier

    Etwas naiv zu meinen, mit dem Beitritt der USA zum Atomabkommen würde Iran gemässigter. Wie anderswo zu lesen war, leidet die iranische Bevölkerung nicht unter den US-Sanktionen sondern unter dem eigenen Regime. Und das lässt sich nur mit Sanktionen in die Knie zwingen. Trump hat das längstens verstanden.