Zum Hauptinhalt springen

Überfliegerin mit vier Kreuzbandrissen

Wie die liechtensteinische Skirennfahrerin Tina Weirather vom notorischen Pechvogel zur Anwärterin auf den Gesamtweltcup wurde.

Ideale Ski-Gene: Tina Weirathers Vater Harti war Weltmeister in der Abfahrt, ihre Mutter Hanni Wenzel sammelte mehrere WM- und Olympia-Goldmedaillen.
Ideale Ski-Gene: Tina Weirathers Vater Harti war Weltmeister in der Abfahrt, ihre Mutter Hanni Wenzel sammelte mehrere WM- und Olympia-Goldmedaillen.
Keystone
Rundum zufrieden: Die Liechtensteinerin nach dem Triumph im Super-G von St. Moritz. (14. Dezember 2013)
Rundum zufrieden: Die Liechtensteinerin nach dem Triumph im Super-G von St. Moritz. (14. Dezember 2013)
Keystone
Weltmeisterin bei den Juniorinnen: Im Jahr 2006 siegt Tina Weirather. Silber gewinnt damals Carolin Fernsebner (l.), Bronze Eva-Maria Brem. (7. März 2006)
Weltmeisterin bei den Juniorinnen: Im Jahr 2006 siegt Tina Weirather. Silber gewinnt damals Carolin Fernsebner (l.), Bronze Eva-Maria Brem. (7. März 2006)
Keystone
1 / 6

Wer mit 16 schon Juniorenweltmeisterin ist und die Gene zweier grosser Champions besitzt, muss eigentlich fast zwangsläufig eine erfolgreiche Skikarriere hinlegen. Und doch ist es alles andere als selbstverständlich, dass Tina Weirather in diesem Winter zu den aussichtsreichsten Anwärterinnen auf den Gewinn des Gesamtweltcups gehört. Kaum eine Athletin wurde in ihrer Karriere derart von Verletzungen gebeutelt wie die Liechtensteinerin. Nicht weniger als vier Kreuzbandrisse zog sich die 24-Jährige bereits zu.

«Ich bewundere sie für ihren Einsatz. Ich hatte ihr schon geraten, alles hinzuwerfen. Doch Tina wollte unbedingt weitermachen, jetzt wird sie dafür belohnt», sagte ihr Vater Harti Weirather, der Abfahrtsweltmeister von 1982, der «Kleinen Zeitung». Endlich habe der Kopf seiner Tochter die Rückschläge der Vergangenheit verarbeitet, und weil sie die Physis und die Technik über den Sommer ebenso verbessert habe, fahre sie so gut Ski wie noch nie.

Das Unheil begann auf der Lenzerheide

Mit den Rückschlägen der Vergangenheit meint Weirather senior die schier unglaubliche Verletzungsserie der Skirennfahrerin. Diese begann am 13. März 2007 auf der Lenzerheide. Bei einem Trainingssturz rissen beide Kreuzbänder – ein Jahr und sechs Tage nachdem Tina Weirather im kanadischen Mont Sainte-Anne mit dem Gewinn von Riesenslalom-Gold an der Juniorinnen-WM ein Versprechen für die Zukunft abgegeben hatte. Am 28. Dezember 2007 kehrte sie in den Weltcup zurück, doch nur zweieinhalb Monate später, am 10. März 2008, erlitt sie beim Riesenslalom im Pitztal einen Kreuzbandriss im rechten Knie. In der Saison 2009/10 startete Weirather wieder regelmässig auf höchster Stufe, bis in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo am 23. Januar 2010 der vierte Kreuzbandriss folgte. Erst im März 2011 gab der notorische Pechvogel das Comeback in einem FIS-Riesenslalom.

Dass es ihr nun so gut laufe, sei das Produkt von harter Arbeit, betonte Tina Weirather am Sonntag nach ihrem Super-G-Sieg in St. Moritz, den sie ihrer Mutter Hanni Wenzel zu deren 57. Geburtstag schenkte: «Sie stand und steht immer hinter mir. An so einem Tag zu gewinnen, ist noch schöner.» Wenzel ist die erfolgreichste Sportlerin in der Geschichte Liechtensteins. Sie gewann viermal WM-Gold, die Triumphe im Slalom und im Riesenslalom 1980 in Lake Placid zählen auch als Olympiasiege. Ihre Tochter könnte an den Winterspielen von Sotschi die Goldgeschichte der Familie um ein Kapitel ergänzen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch