Tigers dominieren lustloses Lugano

Die SCL Tigers gewinnen zum zweiten Mal in Folge zu null. Beim 4:0-Heimsieg gegen Lugano ragen drei Langnauer heraus, dem starken Zuzug Cam Barker droht bereits eine Sperre.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist ein Start von null auf hundert: Am Donnerstagabend kommt Cam Barker in Langnau an, 24 Stunden später figuriert der Zuzug vom KHL-Klub Slovan Bratislava beim Heimspiel gegen Lugano bereits im Aufgebot.

Anpassungsschwierigkeiten?
Fehlanzeige!
Die ersten Minuten verbringt der 31-jährige Koistinen-Ersatz zwar noch mit Zuschauen, auf dem Matchblatt ist der Zuzug als siebter Verteidiger notiert. Doch als Luganos Jani Lajunen nach 9 Minuten auf die Strafbank muss, rückt Barker erstmals in den Fokus. Von der blauen Linie zieht er zweimal gefährlich ab.

Der knallharte Schuss ist eine grosse Stärke des Kanadiers, der 2004 im NHL-Draft hinter den russischen Branchengrössen Alexander Owetschkin und Jewgeni Malkin an dritter Stelle gezogen worden war. «Er wird unserer Offensive guttun», sagte Sportchef Jörg Reber im Vorfeld der Partie. Er sollte recht be­halten.

Beim 1:0 durch Alexei Dostoinow nach 17 Minuten steht Barker auf dem Eis. Beim 2:0 (27.), erneut durch Dostoinow, lässt er sich einen Skorerpunkt gutschreiben. Und das 3:0 (32.) erzielt er gleich selbst, mit einem satten Onetimer – seinem Markenzeichen. Barkers Premiere verläuft kitschig wie ein Hollywoodmärchen, zumindest bis dahin.

Ciaccios zweiter Shutout

Cam Barker bekleidete gestern vor 5899 Zuschauer in der Ilfishalle einen wichtigen Part, die Hauptrollen haben aber zwei andere Langnauer inne: Dostoinow und Torhüter Damiano Ciaccio. Dostoinow, einst beim SC Bern durchgefallen, spielt so, als wäre er im NHL-Draft an dritter Stelle gezogen worden. Neben seinen zwei Toren kreiert der Flügelstürmer, teils mit feinen Einzelaktionen, etliche weitere Möglichkeiten. Den Hattrick verpasst er kurz vor dem zweiten Drittels­ende knapp, sein Abschluss landet am Aussenpfosten.

Und Ciaccio, der wie schon am Vorabend in Lausanne den Vorzug vor Ivars Punnenovs bekam, verhindert früh das 0:1 durch ­Maxime Lapierre, später hat er Glück, als der Pfosten für ihn rettet. Ciaccio lässt sich erneut nicht bezwingen, am Ende pariert er 29 Schüsse und feiert seinen zweiten Shutout in Folge. «Das Resultat sagt doch alles», meint Captain Pascal Berger auf Ciac-cios Leistung angesprochen. Und Trainer Heinz Ehlers sagt: «Er hat fantastisch gespielt. Er verdient ein sehr grosses Lob.»

Punnenovs’ grosse Geste

Eigentlich war vor den Partien gegen Lausanne und Lugano abgesprochen worden, dass Ciaccio in der ersten, Punnenovs in der zweiten zum Zug kommt. Doch nachdem sich Ciaccio in Lausanne nicht bezwingen liess, erzählt Ehlers, habe ihn Punnenovs aufgefordert, auf die Goalierochade zu verzichten. «Das war eine grosse Geste von ihm», sagt der Langnauer Trainer.

Und so ist Punnenovs ein heimlicher Held, nach dem 4:0-Heimsieg, der die Hoffnung auf die Playoffs am Leben hält, werden mit Sprechchören Damiano Ciaccio und Alexei Dostoinow gefeiert. Cam Barker ist da bereits unter die Dusche. Nach einem sehr harten Check auf offenem Eis gegen Linus Klasen, der benommen liegen bleibt und nicht weiterspielen kann, wurde er in der 47. Minute mit einem Restausschluss bestraft. Ihm droht eine Sperre. Es wäre für die Langnauer ein herber Dämpfer, das hat Barkers erstes Spiel gezeigt.

Telegramm:

SCL Tigers - Lugano 4:0 (1:0, 3:0, 0:0) 5899 Zuschauer. - SR Mollard/Stricker, Kaderli/Progin. - Tore: 17. Dostoinow (Gagnon, Erni) 1:0. 27. Dostoinow (Barker) 2:0. 32. Barker (Lardi, Gustafsson) 3:0. 39. Seydoux (Zryd, Nüssli) 4:0. - Strafen: 2mal 2 plus 5 (Barker) Minuten plus Spieldauer (Barker) gegen SCL Tigers, 7mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Elo; Fazzini.

SCL Tigers: Ciaccio; Zryd, Seydoux; Erni, Lardi; Huguenin, Randegger; Barker; Thuresson, Gagnon, Dostoinow; Elo, Albrecht, Nüssli; Kuonen, Pascal Berger; Neukom; Roland Gerber, Gustafsson, Nils Berger.

Lugano: Manzato (32. Merzlikins); Sanguinetti, Ronchetti; Sartori, Vauclair; Chiesa, Riva; Matewa; Brunner, Lapierre, Hofmann; Fazzini, Sannitz, Bertaggia; Bürgler, Lajunen, Klasen; Walker, Cunti, Romanenghi; Reuille.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Himelfarb (überzähliger Ausländer), Stettler, Peter, Erkinjuntti (alle verletzt), Blaser (gesperrt), Lugano ohne Furrer (krank), Ulmer und Wellinger (verletzt). - Pfosten: 11. Barker, 29. Walker. - 47. Klasen verletzt ausgeschieden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2018, 22:09 Uhr

Rückstand wächst

Zuzug Cam Barker war am Freitag beim Debüt für die SCL Tigers nicht nur durch das 3:0 aufgefallen, sondern auch durch einen Check gegen den Kopf von Lugano-Schwede Linus Klasen. Wegen dieser Aktion wurde gegen den Kanadier ein ordentliches Verfahren eröffnet.

Auch sonst war es kein erfreuliches Wochenende für die SCL Tigers: Weil Gottéron Zug mit 6:0 deklassierte und Kloten im Penaltyschiessen besiegte (2:1), wuchs der Rückstand der Langnauer auf den Strich auf sieben Zähler an.

Platz 8 belegt derzeit Servette. Zudem verdrängte Lausanne mit dem 5:2-Erfolg gegen Ambri die SCL Tigers auf Platz 10. Nicklas Danielsson, einst für den SCB tätig, traf zweimal; der Schwede ist mit 23 Treffern der beste Torschütze der Liga. ädu

Artikel zum Thema

Cam Barker und Nolan Diem zu den Tigers

Die SCL Tigers haben am Freitag die Zuzüge von Cam Barker und Nolan Diem bekannt ­ge­geben. Während der kanadische Verteidiger am Freitag spielte, wechselt der Schweizer Center auf nächste Saison hin. Mehr...

Zwei Penaltys für zwei Punkte

Die SCL Tigers beenden die Niederlagenserie. Sie reüssieren in Lausanne 1:0 nach Penaltyschiessen. Mehr...

Erkinjuntti fällt bis zu 3 Wochen aus

Tigers-Topscorer Antti Erkinjuntti erlitt im Derby gegen den SC Bern eine Schulterverletzung. Mehr...

Paid Post

Erkältung erwischt?

Kaum hat die kalte Jahreszeit begonnen, sorgen Erkältungsviren für triefende Nasen, Husten und Halsschmerzen.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Schnee rund um die Welt: Ein Mann hält einen Regenschirm auf seinem Weg durch den heftigen Schneefall in Davos.
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...